alles faktisch in das System gepackt sein im Sinne der Zusammenfassung dessen, was es da gibt; es ist prinzipiell gesprochen: bezüglich der Möglichkeit (wie weit ursprünglich und reich genug angesetzt, um ...).
Kant [hat dagegen seine Philosophie nicht beschränkt auf die] Kritik der theoretischen und praktischen Vernunft. Kritik der Urteilskraft: Kunst und organische Natur. Gerade weil Fichte sich auf Kant beruft und ihn zu vollenden und systematischer zu fassen beanspruchte, gerade deshalb mußte, schon allein Kant gegenüber, die Position der Wissenschaftslehre als verengt erscheinen. Dieses um so mehr, als nun gerade die »Kritik der Urteilskraft« auf die Zeitgenossen zu wirken begann und die Entwicklung der Romantik mitbestimmte. Aber es war nicht nur und nicht in erster Linie eine Frage der Ergänzung des Systems und die Aufgabe einer allseitigen Aufarbeitung der Kantischen Kritik, sondern das Dasein selbst setzte sich zur Wehr gegen die Fichtesche Gewaltsamkeit. Zunächst allerdings freilich nicht im Sinne einer Opposition, sondern einer notwendigen Ergänzung.
Dies geschah in den Arbeiten des jungen Schelling. Er war in seiner hellsichtigen Art einer der ersten, der Fichte verstand — das heißt im Grunde immer: von sich aus auf dieselben Probleme stieß1 — und zunächst ganz mit ihm ging. In Schelling aber erwächst zunächst auch — zumTeil unter dem Anstoß der »Kritik der Urteilskraft« und an dem spezifisch theologisch-mythologischen Problem2 — der Drang zur Ergänzung der Wissenschaftslehre. Seit 1797 langsam herauswachsend; am deutlichsten und umfassendsten
1 »Über die Möglichkeit einer Form der Philosophie« (1794), »Vom Ich als Prinzip der Philosophie« (1795), »Philosophische Briefe über Dogmatismus und Kritizismus« (1795), »Abhandlungen zur Erläuterung des Idealismus der Wissenschaftslehre« (1796 u. 1797).
2 Promotion 1792, (A.T.), »Kritischer und philosophischer Versuch zur Erklärung des ältesten Philosophierens über den ersten Ursprung der menschlichen Übel« — Antiquissimi de prima malorum origine philosophematis explicandi tentamen criticum. (Mythos! Hier noch nachträgliche Verhüllung eines früher schon Erkannten. Philosophie der Mythologie. »Über Mythen, historische Sagen und Philosopheme der ältesten Welt«, 1793.)