§18. Schellings Naturphilosophie
Wenn wir uns den vollständigen Titel des genannten Werkes »Von der Weltseele« gegenwärtig halten, dann zeigt sich zugleich der Zusammenhang mit Fichte und die Art der Ergänzung. »Von der Weltseele, eine Hypothese der höheren Physik zur Erklärung des allgemeinen Organismus. Nebst einer Abhandlung über das Verhältniß des Realen und Idealen in der Natur oder Entwicklung der ersten Grundsätze der Naturphilosophie an den Principien der Schwere und des Lichts« (1798).
Hieran ist ein Dreifaches zu beachten: 1. Die Idee des allgemeinen Organismus. 2. Das Verhältnis des Realen und Idealen in der Natur (›Nicht-Ich‹). 3. Die Hypothese der höheren Physik.
Ad 2:
Wir gehen von (2) aus, weil darin etwas Bekanntes liegt, sodann ja gerade dieses Verhältnis das Problem der Wissenschaftslehre war. Diese hat das Verhältnis gemäß ihrem prinzipiellen Ansatz als ein solches der Setzung und Entgegensetzung bzw. deren Synthesis gesehen. Kurz gesagt: das Verhältnis des Realen und Idealen als ein solches im Ich1, das die ganze Realität in sich beschließen soll. Jetzt: das Verhältnis des Realen und Idealen in der Natur. Damit ein völlig anderer Ansatz. Der Ausgang und die Dimension der Wissenschaftslehre scheint aufgegeben zu sein. Die Betrachtung ist aus dem Ich völlig hinausgegangen; sie versetzt sich in das Nicht-Ichliche selbst, so zwar, daß sie es nicht einmal mehr als Nicht-Ichliches, also immer noch in Korrelation mit dem Ich, begreift, sondern in sich selbst.
Es handelt sich jetzt noch gar nicht um die Frage, wie weit das gelingt und ob es so gelingt, daß die Wissenschaftslehre und ihr Buch aufgegeben wird, sondern lediglich die Absicht dieser Fragestellung gilt es zu verdeutlichen.
Sie will die »Betrachtung zur Idee der Natur als eines Ganzen«
1 ›Nicht-Ich‹ [im Ich].