emporheben2. Darin liegt, es soll in ihr der Gegensatz der anorganischen und organischen Natur aufgehoben werden. Der Gegensatz zwischen Mechanismus und Organismus, der die Fortschritte der Naturwissenschaft lange genug aufgehalten hat, soll zum Verschwinden gebracht werden. Das geschieht nach Schelling durch den Begriff des allgemeinen Organismus.
Ad 1:
Der Mechanismus ist überhaupt nichts für sich Bestehendes, sondern nur das Negative des Organismus. Wo kein Organismus, da kein Mechanismus. Dementsprechend entsteht die Aufgabe, die Idee der Organisation überhaupt zu bestimmen.
Schelling sagt: »Organisation ist mir überhaupt nichts anderes als der aufgehaltene Strom von Ursachen und Wirkungen. Nur wo die Natur diesen Strom nicht gehemmt hat, fließt er vorwärts (in gerader Linie). Wo sie ihn hemmt, kehrt er (in einer Kreislinie) in sich selbst zurück. Nicht also alle Sukzession von Ursachen und Wirkungen ist durch den Begriff des Organismus ausgeschlossen; dieser Begriff bezeichnet nur eine Sukzession, die innerhalb gewisser Grenzen eingeschlossen in sich selbst zurückfließt.«3
Schelling geht aus von einer Abfolge von Ursachen und Wirkungen, also doch in gewisser Weise ein formal mechanischer Naturbegriff: wenn ungehemmt hinfließend, linear voraus, dann Mechanismus; wenn gehemmt und in sich zurückkehrend, dann ein Organismus. Er schließt damit nicht alle Sukzession von Ursache und Wirkung aus, d. h. er ist kein kontradiktorischer Gegensatz zum Mechanismus. Der Organismus ist eine bestimmte Art der Sukzession: innerhalb gewisser Grenzen eingeschlossen, in sich selbst zurückfließend.
Aber hierin zeigt sich zunächst das Gegenteil von dem, was Schelling will: allgemeiner Organismus. Denn der Organismus
2 Von der Weltseele, in: Friedrich Wilhelm Joseph von Schellings sämmtliche Werke. Erste Abtheilung. Stuttgart und Augsburg 1856ff.[zit.: SW], Bd. II, S. 348.
3 A. a. O., S. 349.