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Schelling

dieselbe Philosophie, welche ich für die wahre erkenne, von zwei ganz verschiedenen Seiten, als Natur- und als Transzendental-Philosophie darzustellen versucht habe, sehe ich mich nun durch die gegenwärtige Lage der Wissenschaft getrieben, früher als ich selbst wollte, das System selbst, welches jenen verschiedenen Darstellungen bei mir zu Grunde gelegen, öffentlich aufzustellen, und was ich bis jetzt bloß für mich besaß und vielleicht mit einigen wenigen teilte, zur Bekanntschaft aller zu bringen, welche sich für diesen Gegenstand interessieren.«14

Das Nebeneinander von Natur- und Transzendental- bzw. Ich-Philosophie ist zurückzunehmen auf den gemeinsamen Grund. In der Weise der Darstellung hat er sich »Spinoza zum Muster genommen«15.16

Und doch kam darin auch nicht die wesentliche Kraft an den Tag, sondern nur ein notwendiger Durchgang, der rein methodisch gesehen auf die begriffliche Durchdringung und Ausarbeitung der Problematik hinter allem zurückbleibt.

Hegel ist schon hier im Hintergrunde. Mit unbeirrbarer Ruhe und Sicherheit heranwachsend gegenüber dem aufgeregten und sprunghaften Schreiben und Treiben Schellings.


14 SW IV, S. 107.

15 A. a. O., S. 113.

16 Deus — res extensa — corpus — res cogitans — mens; modi (d. h. expressionis Dei essentium. Pars secunda, Def.) — Anm. d. Hg.: Heideggers Handexemplar: Die Ethik von B. Spinoza. Neu übersetzt und mit einem einleitenden Vorwort versehen von J. Stern. Leipzig 1887.