§ 15. Metaphysik als Titel für das Grundproblem der Metaphysik selbst. Das Ergebnis der Vorbetrachtung und die Forderung, aus der Ergriffenheit eines metaphysischen Fragens mit dem Handeln in der Metaphysik zu beginnen
Wenn wir das Ganze unserer Erörterung des Begriffs der Metaphysik überschauen, sehen wir zwar, daß dieser Titel eine Erkenntnis ausdrückt, die auf das Seiende im Ganzen geht. Wir sehen zugleich, daß dieser Ausdruck )im Ganzen< ein Titel ist, der das eigentliche Problem enthält — das Problem, das überhaupt erst gestellt werden muß und nicht so aus der Welt geschafft werden kann, daß man verschiedene Meinungen aus der Tradition übernimmt. Somit ist klar: Wir können den Titel >Metaphysik< nicht einfach in der überlieferten Bedeutung nehmen. Wir übernehmen den Ausdruck )Metaphysik< als Titel für ein Problem, besser gesagt, als Titel für das Grundproblem der Metaphysik selbst, das in der Frage liegt, was sie selbst, die Metaphysik, sei. Diese Frage: Was ist die Metaphysik, was ist das Philosophieren, bleibt von der Philosophie unablösbar, ist ihre ständige Begleiterin. Sie stellt sich um so schärfer, je eigentlicher Philosophie geschieht. Wir werden noch mehrfach sehen, daß diese Frage, was die Philosophie selbst sei, diese nicht als etwas Nachträgliches begleitet, sondern mit zu ihr selbst gehört, während die Frage, was Mathematik, Physik, Philologie sei, im Grunde von diesen Wissenschaften weder gestellt noch gelöst werden kann.
Wenn wir diese Erörterung des Begriffes der Metaphysik und, unserer Stellung zu ihm zugleich mit Rücksicht darauf überschauen, was wir in unserer Vorbetrachtung wollen, dann ist zu sagen: All diese Erörterungen sind in keiner Weise zur Klarheit darüber gekommen, was Metaphysik selbst sei. Wir enden auch in der Erörterung des Wortes >Metaphysik< bei einer Frage: Was ist das, was wir >Philosophieren< nennen? Das Ergebnis unserer Vorbetrachtung ist in dieser Hinsicht