Langweiliges, sondern ich habe mich auch gar nicht, keinen Augenblick, mit mir selbst beschäftigt, in irgendeiner versonnenen Reflexion, mit mir selbst, was dafür Voraussetzung gewesen wäre. Im Gegenteil, ich war ganz dabei, im. Gespräch und allem. Aber wir sagen ja auch nicht, ich habe mich bei mir gelangweilt, sondern bei der Einladung. Oder ist vielleicht diese ganze Rede hinterher, daß ich mich eigentlich doch gelangweilt habe, nur eine Täuschung, die aus einer nachträglichen Verstimmung darüber erwächst, -daß ich nun doch diesen Abend darangegeben und verloren habe? Nein, es ist ganz deutlich, wir haben uns gelangweilt, obwohl es so nett war. Oder vielleicht war es gerade diese Nettigkeit des Abends, bei der wir uns langweilten?
Doch wenn wir so reden, haben wir dann nicht unrecht geurteilt, ist das nicht ein Verhalten schließlich, auf das nur ein recht blasierter Mensch fallen kann, der alles im vorhinen in diesem eigentümlichen Licht eines grundsätzlichen Gelangweiltseins zu sehen pflegt, der sich aus diesem eigentümlichen Gelangweiltsein allem gegenüber im vorhinein zu allem überall unbefriedigt, ablehnend verhält? Allein, wir fragen ja jetzt nicht, ob es berechtigt oder unberechtigt war, daß wir uns langweilten, auch nicht, ob diese Langeweile, um die es sich jetzt handelt, ihre faktische Entstehung und Veranlassung zurückführt auf eine müde Blasiertheit oder irgend etwas anderes, sondern wir fragen, was zu -diesem gekennzeichneten Sichgelangweilthaben bei der Einladung eigentlich gehört, und wie sich diese Form des Sichlangweilens bei ... unterscheidet von der erstgenannten des Gelangweiltwerdens von ... in der betreffenden Situation vom Bahnhof.
Es gilt, diese zweite Form der Langeweile in sich selbst und aus sich selbst auszulegen und sie dabei uns selbst noch näherzubringen. Wenn wir das versuchen, erinnern wir uns an den allgemein festgelegten Leitfaden unseres Vorgehens, wonach wir die Langeweile nicht an sich freischwebend untersuchen, sondern immer innerhalb der dieser Langeweile zugeordneten