Abstraktion vollziehen, aufgrund derer wir von einem bestimmten individuellen Ich zu einem allgemeinen Ich überhaupt uns verallgemeinern. Die Langeweile in der Form >es ist einem langweilig< tritt uns schon näher, wenn wir beachten, daß ihr der Zeitvertreib fehlt. Dieses Fehlen ist kein bloßes Ausbleiben, Vergessen desselben, sondern geht von der Langeweile selbst aus, indem wir in ihr einen Zeitvertreib überhaupt nicht mehr zulassen. Das besagt, daß wir uns dieser Langeweile als etwas überlassen, was in uns eine übermacht bekommt und was wir in dieser übermacht in gewisser Weise verstehen, ohne es in der Langeweile erklären zu können oder auch nur erklären zu wollen. Dementsprechend sind wir dieser Langeweile nicht entgegen in einem Zeitvertreib, der sie wegtreiben will, noch weichen wir ihr eigentlich aus, sondern wir erfahren ein eigentümliches Gezwungensein in sie, Gezwungensein zum Hören dessen, was sie uns zu sagen hat, ein Gezwungensein in die eigentümliche Wahrheit, Offenbarkeit, die in dieser Stimmung wie in jeder überhaupt liegt. Aber aus dieser Zuordnung von Zeitvertreib und Langeweile, so wichtig sie in jedem Falle sein mag, dringen wir doch nicht in das ronere Wesen der dritten Form ein. Das gelingt nur durch eine Betrachtung der Strukturmomente der Leergelassenheit und der Hingehaltenheit. Freilich, im Ansatz der Untersuchung müssen diese Momente in voller Unverbindlichkeit genommen werden auf die Gefahr hin, daß sie sich wandeln. Die Leergelassenheit ist hier nicht mehr das Ausbleiben eines bestimmten Ausgefülltwerdens durch irgendeine Beschäftigung mit etwas — dergleichen wird gar nicht gesucht. Sie ist auch nicht das Stehenlassen des eigenen Selbst, demgegenüber wir uns loslassen an irgendetwas. worin wir aufgehen. Und doch, alles Seiende, nicht dieses und jenes, steht in einer merkwürdigen Gleichgültigkeit, alles Seiende nicht in einem Nacheinander. sondern alles mit einem Schlage.
Können wir aber dann noch von einer Leergelassenheit reden, wo wir selbst doch zu diesem Gleichgültiggewordenen