§ 44. Zusammenfassung und Wiedereinführung
nach den Ferien:
Metaphysik als inbegriffliches Fragen;
Weckung der Grundstimmung der tiefen Langeweile;
die aus der Grundstimmung zu entwickelnden
metaphysischen Fragen.
Richtlinien für das rechte Verständnis
der Rede von der Grundstimmung des Philosophierens
Metaphysik - metaphysische Erkenntnis ist inbegriffliches Fragen, inbegrifflich in dem Doppelsinne: daß 1. je das Seiende im Ganzen in jeder metaphysischen Frage einbegriffen ist, und daß 2. je der metaphysisch Fragende in die Frage mit hineingenommen, von dem Fragen und dem Gefragten selbst mit betroffen ist. Getroffen und betroffen wird er nur dann, wenn der Mensch in seinem Dasein treffbar und in der Betreffbarkeit ergreifbar ist, wenn in seinem Wesen die Möglichkeit der Ergriffenheit liegt. Diese Wesensmöglichkeit des Ergriffenseins gehört zum Wesen des Menschen, sofern sein Da-sein immer – aber nicht nur – heißt: Gestimmtsein. Nur was von Hause aus überhaupt gestimmt ist, kann verstimmt sein. Was verstimmt ist, kann umgestimmt werden. Wo Stimmung, da ist Wandel der Stimmung und so auch Weckung von Stimmung möglich. Wir mußten daher, um ein inbegriffliches Fragen entwickeln zu können, zuvor eine Grundstimmung wecken, die Möglichkeit einer Ergriffenheit schaffen. Dieser Aufgabe galt der bisherige erste Teil der Vorlesung, und sie war eine bestimmt gerichtete Auslegung einer tiefen Langeweile im Grunde unseres Daseins. Die bisherigen Erörterungen des ersten Teils der Vorlesung haben aber nur Recht und Gewicht aus dem zweiten Teil. Da sollen die aus der Grundstimmung zu entwickelnden metaphysischen Fragen wirklich gefragt werden. Als solche Fragen haben wir die drei entwickelt: Was ist Welt? Was ist Endlichkeit? Was ist Vereinzelung? Dabei ist die mittlere die ursprünglichste und zentralste Frage. Den Zusammenhang