zurückziehen kann. Daß überhaupt noch etwas anderes, und dieses vermutlich in erster Linie, bei der Rückleitung beteiligt ist, zeigen die Versuche von Bethe, für die erst Radl in seinen »Untersuchungen über den Phototropismus der Tiere« 1905 die Aufklärung geben konnte.2
Der Versuch, der zunächst die Schwierigkeiten beleuchtet, ist folgender: Ein Bienenstock wird auf einer Wiese aufgestellt. Das Bienenvolk gewöhnt sich an diesen Platz. Nach einiger Zeit wird der Stock um wenige Meter nach rückwärts verschoben. Die nächstliegende Annahme ist, daß die Bienen den auf der Wiese freistehenden Stock weithin sehen und trotz der kleinen Verschiebung zielsicher anfliegen. Und doch - der Anflug der Bienen bleibt gegen die leergewordene Rasenstelle, an der zuvor der Stock stand, gerichtet, und das, obwohl der Stock nur wenige Meter weggerückt ist. Die Bienen werden nun am leeren Platz stutzig und finden erst nach einigem Herumsuchen den Stock. Sind sie durch Orientierungsmarken geleitet, Bäume und dergleichen? Orientierungsmarken mögen beteiligt sein, erklären aber gerade nicht, warum die Biene an die leere Stelle fliegt. Vor allem aber: Auch auf öden, weiten Flächen ohne solche finden sie zurück. Was leitet sie und schlägt sie gleichsam in diese Richtung ein? Weder Farbe noch Geruch des Stockes, noch Wegmarken und Gegenstände, die sie anpeilen könnten, sondern -was? Die Sonne.
Zunächst geben wir nur den Bericht des Versuchs ohne die philosophische Interpretation, zunächst die Erklärung der Heimflugfähigkeit bei Ausschaltung von Farbe, Duft und Wegmarken. Die Biene merkt sich beim Wegflug aus dem Stock zur Futterstelle die Richtung, in der die Sonne zu ihr selbst steht. Bis zur Rückkehr der Biene in den Stock vergehen meist nur wenige Minuten, so daß der Sonnenstand inzwischen
2 Em. Radl, Untersuchungen über den Phototropismus der Tiere. Leipzig 1905.