der Geschlechtscharakter, das Männchen hat den Charakter der Beute und wird beseitigt. Das andere Tier ist für das erstgenannte nie als bloßes lebendes Tier da, sondern entweder als Geschlechtsgenosse oder als Beute, in jedem Fall in irgendeiner Form des ›weg‹. Das Benehmen als solches ist in sich je ein Beseitigen. Aber auch so und gerade so entsteht der Eindruck eines rein negativen Verhaltens des Tieres. Allein, es handelt sich weder überhaupt um ein Verhalten noch um ein negatives. Aber weil es überhaupt kein Verhalten ist, ist es auch nicht positiv. Das besagt für uns methodisch: Wenn wir versuchen, das Wesen dieses Beseitigungscharakters in allem Benehmen klarzumachen, müssen wir auch die positive Aufhellung ebenso grundsätzlich kritisch nehmen wie die negative Deutung im Sinne des Sich-nicht-Einlassens auf ...
Zunächst möchte man aber vor allen weiteren theoretischen Erörterungen einwenden, daß doch die Erfahrung vielfach gegen diese Wesensbestimmung des Benehmens als eines beseitigenden spricht. Wir sehen doch, wie die Tiere sich beschäftigen, sich einlassen auf ... beim Nestbau, mit welcher Sorgfalt sie sich einlassen bei der Herstellung des Nestes oder bei der Brutpflege, oder etwa beim Spiel der Tiere und dergleichen. Hier zeigt sich nicht nur kein Beseitigen, in anderen Weisen des Benehmens wirkt sogar ein Suchen von solchem, worauf es sich beziehen kann. Darum müssen wir dieses Problem ausführlicher in seiner Schwierigkeit beleuchten.
Man könnte darauf hinweisen, wie die Tiere und insbesondere die Insekten sich auf das Licht beziehen. Man unterscheidet hier eigens lichtsuchende und lichtflüchtige Tiere. Die letztgenannte Art des Benehmens – das Fliehen vor dem Licht – läßt sich gewiß als eine Weise des Beseitigens in der Form des Ausweichens vor etwas erklären. Aber das Lichtsuchen ist doch ganz gewiß kein Beseitigen. Gewiß nicht Und doch muß gefragt werden: In welchem Triebzusammenhang steht das Lichtsuchen? Es bedeutet keineswegs, daß etwa das Licht als solches um seiner selbst willen aufgesucht