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Thematische Exposition des Weltproblems

aufspringen soll, das Entscheidende nicht so sehr das Zufassen ist, sondern die Besinnung auf den Standort der Betrachtung — was mit einer methodischen Reflexion nichts zu tun hat. Wenn wir uns auf diese kritische Stelle, an der wir jetzt stehen, besinnen, so kann das nur geschehen im Zusammenhang der sachlichen Entfaltung des Problems.



§ 69. Erste formale Interpretation des ›als‹ als eines Strukturmomentes der Offenbarkeit


a) Der Zusammenhang des ›als‹ als des Gefüges der Beziehung und Beziehungsglieder mit dem Aussagesatz


Was kann jedoch in den bisherigen Begriffen Unangemessenes sich eingeschlichen haben? Wir sagten: Welt ist Offenbarkeit des Seienden als solchen im Ganzen. Wir haben früher schon darauf hingewiesen, daß bei dieser Charakteristik etwas Rätselhaftes auftaucht: dieses ›als solches‹, das Seiende als solches, etwas als etwas, a als b. Dieses ganz elementare ›als‹ ist es — so können wir ganz einfach sagen —, was dem Tiere versagt ist. Wir müssen dem Wesen der Offenbarkeit und damit den näheren Bestimmungen dieser nachdenken. Das ›im Ganzen‹ hängt mit diesem rätselhaften ›als‹ zusammen. Wenn wir fragen: Was ist mit dem ›als‹, so werden wir zunächst sagen: Es ist eine sprachliche Ausdrucksform. Dürfen wir uns darauf einlassen? Wird das nicht zu einem Philosophieren in bloßen Worten statt in Sachen? Allein, wir sind uns sofort darüber klar, daß wir bei diesem ›als‹, a als b, Seiendes als solches, uns etwas denken, wenngleich wir außerstande sind, auf den ersten Anlauf hin darüber klare Auskunft zu geben. Zu allem Überfluß können wir darauf verweisen, daß auch im Latein dieses ›als‹ wesentlich ist — das qua, ens qua ens — und erst recht im Griechischen — das '0, 0" n ö". Das ›als‹ ist somit keine bloße Marotte unserer Sprache, sondern liegt offenbar im Sinn des Daseins


Martin Heidegger (GA 29/30) Die Grundbegriffe der Metaphysik