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Thematische Exposition des Weltproblems

c) Das Freisein, das vorlogische Offensein
für das Seiende als solches
und Sichentgegenhalten von Verbindlichkeit,
als Grund der Möglichkeit der Aussage

Der λόγος in der Form des λόγος ἀποφαντικός ist das Vermögen
zu einem das Seiende aufweisenden Verhalten, sei es entbergend
(wahr) oder verbergend (falsch). Dieses Vermögen ist als
dieses Vermögen nur möglich, wenn es gründet in einem Freisein
für das Seiende als solches. Auf diesem gründet das Freisein
im zu- und wegweisenden Aufweisen, und dieses Freisein
in ... kann sich dann entfalten als Freisein zu Entbergung
oder Verbergung (Wahrheit oder Falschheit). Kurz gesagt, der
λόγος ἀποφαντικός als Aussage ist nur da möglich, wo Freiheit
ist. Nur wenn die so gegliederte und ihrerseits gliedernde Freiheit
zugrunde liegt, ist in dem besonderen Verhalten und Vermögen,
das ihr entspringen kann und das wir jetzt allein betrachten,
in dem Aufweisen, so etwas wie Anmessung an ...
und Bindung an ... möglich, dergestalt, daß sich das, woran
die Bindung erfolgt, das Seiende, in seiner Verbindlichkeit bekundet.
Entbergung und Verbergung des λόγος, Wahrheit und
Falschsein, Wahrheit oder Falschheit, die Möglichkeit beider
ist nur da, wo Freiheit, und nur wo Freiheit, da die Möglichkeit
der Verbindlichkeit. Gerade sie, die Möglichkeit und der
Vermögenscharakter des λόγος, ist es, was wir ergründen wollen.
Wenn wir sagen, dieses Vermögen zur Aufweisung gründet
in einem Freisein für das Seiende als solches, dann liegt
darin: Der λόγος stellt nicht erst einen Bezug zum Seienden als
solchem her, sondern gründet seinerseits auf einem solchen.
Immer macht er in jeder seiner Formen von einem solchen in
bestimmter 'Weise Gebrauch. Wie? Der λόγος kann nur Seiendes,
wie es ist, aufweisen und aufweisend dem Seienden das
ihm Zukommende zuweisen bzw. das nicht Zukommende wegweisen,
wenn er überhaupt schon die Möglichkeit hat, sein
Aufweisen und dessen Angemessenheit am Seienden zu messen.