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§ 74. Weltbildung als Grundgeschehen im Dasein

den λόγος zurückleitet — σύνθεσις, die in sich zugleich διαίρεσις ist — bei aller Formalität keineswegs als selbstverständlich gelten darf. Wenn unsere Aufhellung des Ursprungs des ganzen Wesensbaus des λόγος zu Recht besteht, dann muß von ihr aus auch geklärt werden können, wie so etwas wie σύνθεσις- διαίρεσις möglich ist, und was im Grunde darunter verstanden werden muß.

Wir sagten ferner, das, was Aristoteles als Grund der Möglichkeit des λόγος ἀποφαντικός ansetzt — die σύνθεσις-διαίρεσις —, sei jenes Beziehen und beziehende Verhalten, darin das ›als‹ und die ›als‹-Struktur entspringen. Ist dem so und gehört das, was Aristoteles nur unbestimmt und blaß als σύνθεσις-διαίρεσις sieht, in den reichen gegliederten Strukturzusammenhang jenes Grundgeschehens, das ausgedrückt ist durch das Entgegenhalten von Verbindlichkeit, die Ergänzung und die Enthüllung von Sein des Seienden, dann muß es dieser sein, in dem die ›als‹-Struktur selbst entspringt. Sofern aber das ›als‹ ein Strukturmoment dessen ist, was wir Welt nennen, Welt als Offenbarkeit des Seienden als solchen im Ganzen, sind wir mit jenem Grundgeschehen (dreifach) auf jenes Geschehen gestoßen, in dem das geschieht, was wir Weltbildung nennen. Das wird noch wahrscheinlicher, als zur Weltstruktur nach der formalen Analyse das ›im Ganzen‹ gehört, das nun offensichtlich der Ergänzung zugehört, in ihr sich bildet.

§ 74. Weltbildung als Grundgeschehen im Dasein.
Das Wesen als das Walten der Welt

So nähern wir uns der direkten unmittelbaren Interpretation des Weltphänomens, zunächst am Leitfaden der Charakterisierung, wie sie sich durch die formale Analyse ergab: Welt als Offenbarkeit des Seienden als solchen im Ganzen. Wenn wir diese Bestimmung der Welt unmittelbar aufgreifen, ist hier