ausgehalten. Das Warum gewinnt dadurch eine ganz andere Macht und Eindringlichkeit des Fragens. Warum ist das Seiende der Möglichkeit des Nichtseins entrissen? Warum fällt es nicht ohne weiteres und ständig dahin zurück? Das Seiende ist jetzt nicht mehr das nun einmal Vorhandene, es kommt ins Schwanken, und dies ganz abgesehen davon, ob wir das Seiende in aller Gewißheit erkennen oder nicht, abgesehen davon, ob wir es im vollen Umkreis erfassen oder nicht. Fortan schwankt [22] das Seiende als solches, sofern wir es in die Frage stellen. Der Ausschlag dieses Schwankens reicht bis in die äußerste und schärfste Gegenmöglichkeit des Seienden hinaus, in das Nichtsein und das Nichts. Imgleichen wandelt sich jetzt auch das Suchen nach dem Warum. Es zielt nicht einfach auf die Beistellung eines auch vorhandenen Erklärungsgrundes für das Vorhandene, sondern jetzt wird nach einem Grund gesucht, der die Herrschaft des Seienden als eine Überwindung des Nichts begründen soll. Der gefragte Grund ist jetzt gefragt als Grund der Entscheidung für das Seiende gegen das Nichts, genauer, als Grund für das Schwanken des Seienden, das uns trägt und uns löst, halb seiend, halb nichtseiend, woher es auch kommt, daß wir keinem Dinge ganz gehören können, sogar uns selber nicht; dennoch ist das Dasein je meines.
[Die Bestimmung »je meines« besagt: Das Dasein ist mir zugeworfen, damit mein Selbst das Dasein sei. Dasein aber heißt: Sorge des in ihr ekstatisch erschlossenen Seins des Seienden als solchen, nicht nur des menschlichen Seins. Dasein ist »je meines«; dies bedeutet weder: durch mich gesetzt, noch: auf ein vereinzeltes Ich abgesondert. Das Dasein ist es selbst aus seinem wesenhaften Bezug zum Sein überhaupt. Dies meint der in »Sein und Zeit« oft gesagte Satz: Zum Dasein gehört Seinsverständnis.]
So wird schon deutlicher: Dieses »und nicht vielmehr Nichts?« ist kein überflüssiger Zusatz zur eigentlichen Frage, sondern diese Redewendung ist ein wesentliches Bestandstück des ganzen Fragesatzes, der als ganzer eine völlig andere Frage