ist ihnen das Richtmaß in ihrem irrenden Vernehmen; die aber werden hin und her geworfen,
stumpf zumal und blind, verdutzt; die Sippschaft derer, die nicht scheiden,
denen Satzung ist, das Vorhandene und Nichtvorhandene sei dasselbe
und auch nicht dasselbe, denen in allem widerwendig ist der Pfad.«
Der jetzt genannte ist der Weg der δόξα im Sinne des Scheins. Auf diesem Wege sieht das Seiende bald so, bald anders aus. Hier herrschen jeweils nur Ansichten. Die Menschen gleiten von einer Ansicht in die andere hinüber und herüber. So mischen sie Sein und Schein durcheinander.
Dieser Weg wird ständig begangen, so daß die Menschen sich ganz auf ihm verlieren.
Um so mehr tut not, diesen Weg als solchen zu wissen, damit im Schein und gegen den Schein das Sein sich enthülle.
Demgemäß finden wir den Hinweis auf diesen dritten Weg und seine Zuordnung zum ersten im Fragment I, v. 28-32 :
»… Not tut aber (dir, der du den Weg zum Sein jetzt antrittst) auch alles zu erfahren:
sowohl der schönkugeligen Unverborgenheit nichterzitterndes Herz,
als auch der Menschen Ansichten, denen kein Verlaß auf das Unverborgene einwohnt.
Aber bei alldem sollst du gleichwohl auch das kennen lernen, wie das Scheinende daran gehalten bleibt,
scheinmäßig durch alles (auf seine Art) hindurchzuziehen, alles mitvollendend. «
Der dritte Weg ist der des Scheins, so zwar, daß auf diesem Wege der Schein als zugehörig zum Sein erfahren wird. Für die Griechen hatten die angeführten Worte eine ursprüngliche Schlagkraft. Sein und Wahrheit schöpfen ihr Wesen aus der φύσις. Das Sichzeigen des Scheinenden gehört unmittelbar zum Sein und gehört auch wieder (im Grunde doch) nicht zu ihm.