beibringen. Die Logik ist ihrerseits, was den eigenen Ursprung und das Recht ihres Anspruchs auf die maßgebende Auslegung des Denkens betrifft, erklärungs- und begründungsbedürftig. Die geschichtliche Herkunft der Logik als Schuldisciplin und ihre Entwicklung im einzelnen beschäftigen uns hier nicht. Dagegen müssen wir folgende Fragen bedenken :
1. Warum konnte und mußte in der platonischen Schule so etwas wie »Logik« entstehen?
2. Warum war diese Lehre vom Denken eine Lehre vom λόγος im Sinne der Aussage?
3. Worauf gründet fortan die sich ständig steigernde Machtstellung des Logischen, die sich zuletzt im folgenden Satz Hegels ausspricht: »Das Logische (ist) die absolute Form der Wahrheit und, noch mehr als dies, auch die reine Wahrheit selbst.« (Enzykl. § 19. WW Bd. VI, 29). Dieser Machtstellung des »Logischen« entspricht es, daß Hegel jene Lehre, die sonst allgemein »Metaphysik« heißt, bewußt »Logik« nennt. Seine »Wissenschaft der Logik« hat nichts zu tun mit einem Lehrbuch der Logik üblichen Stils.
Denken heißt lateinisch intelligere. Es ist die Sache des intellectus. Wenn wir den Intellektualismus bekämpfen, dann müssen wir, um wirklich zu kämpfen, den Gegner kennen, d. h. es gilt zu wissen, daß der Intellektualismus nur ein heutiger und recht dürftiger Ableger und Ausläufer einer lang vorbereiteten und mit den Mitteln der abendländischen Metaphysik ausgebauten Vorrangstellung des Denkens ist. Die Beschneidung der Auswüchse des heutigen Intellektualismus ist wichtig. Aber seine Stellung wird damit nicht im geringsten erschüttert, sie wird nicht einmal getroffen. Die Gefahr des Rückfalls in den Intellektualismus besteht gerade für diejenigen fort, die ihn bekämpfen wollen. Eine nur heutige Bekämpfung des heutigen Intellektualismus führt dazu, daß die Verteidiger eines rechten Gebrauches des überkommenen Intellekts mit dem Schein des Rechts auftreten. Sie sind zwar nicht Intellektualisten, aber mit diesen von der gleichen Herkunft. Diese Reaktion des Geistes