»denn, womit sie am meisten fortwährend verkehren, dem λόγος, dem kehren sie den Rücken, und worauf sie täglich stoßen, das erscheint ihnen fremd.«
Der λόγος ist es, wobei die Menschen fortgesetzt sind und wovon sie gleichwohl weg sind, Anwesende abwesend und so die ἀξύνετοι, die Nicht-be-greifenden.
Worin besteht also das Nichtgreifen und Nicht-begreifenkönnen der Menschen, wenn sie wohl Worte hören, aber nicht den λόγος fassen? Wobei sind sie und wovon sind sie weg? Fortgesetzt haben die Menschen es mit dem Sein zu tun und doch ist es ihnen fremd. Mit dem Sein haben sie zu tun, indem sie sich ständig zu Seiendem verhalten, fremd ist es ihnen, indem sie sich vom Sein abkehren, weil sie es gar nicht fassen, sondern meinen, Seiendes sei nur Seiendes und nichts weiter. Sie sind zwar wach (in bezug auf das Seiende) und doch bleibt ihnen das Sein verborgen. Sie schlafen, und selbst das, was sie da tun, geht ihnen wieder verloren. So treiben sie sich im Seienden umher und halten immer das Handgreiflichste für das Zu-begreifende; und so hat jeder je sein Nächstes und Greifbares. Der eine hält sich an dieses, der andere an jenes, der Sinn eines jeden steht je nach seinem Eigenen, ist Eigen-sinn. Dieser hindert sie am rechten Vorausgreifen auf das in sich Gesammelte, nimmt ihnen die Möglichkeit, Hörige zu sein und demgemäß zu hören.
Λόγος ist die ständige Sammlung, die in sich stehende Gesammeltheit des Seienden, d. h. das Sein. Deshalb bedeutet in Frg. 1 κατά τὸν λόγον dasselbe wie κατά φύσιν. Φύσις und λόγος sind dasselbe. Λόγος kennzeichnet das Sein in einer neuen und doch alten Hinsicht: Was seiend ist, in sich gerade und ausgeprägt steht, das ist in sich von sich her gesammelt und hält sich in solcher Sammlung. Das ἐόν, das Seiend, ist seinem Wesen nach ξυνόν, gesammelt Anwesen; ξυνόν heißt nicht das »Allgemeine«, sondern das alles in sich Versammelnde und Zusammenhaltende. Ein solches ξυνόν ist z. B. nach Frg. 114 der νόμος für die πόλις, die Satzung [setzen als zusammenstellen], das