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Beschränkung des Seins

verbinden soll. Hinweise wie die gegebenen können nur anzeigen, wie fern uns das Fragen als ein Grundgeschehnis des geschichtlichen Seins gerückt ist. Aber auch schon das Verständnis der Frage ist uns abhanden gekommen. Daher seien jetzt für das Durchdenken des folgenden die wesentlichen Richtpunkte gegeben.

1. Die Bestimmung des Wesens des Menschen ist nie Antwort, sondern wesentlich Frage.

2. Das Fragen dieser Frage ist geschichtlich in dem ursprünglichen Sinne, daß dieses Fragen allererst Geschichte schafft.

3. So steht es, weil die Frage, was der Mensch sei, nur im Fragen nach dem Sein gefragt werden kann.

4. Nur wo das Sein sich im Fragen eröffnet, geschieht Geschichte und damit jenes Sein des Menschen, kraft dessen er sich in die Auseinandersetzung mit dem Seienden als einem solchen wagt.

5. Diese fragende Auseinandersetzung bringt den Menschen erst auf solches Seiendes zurück, das er selbst ist und zu sein hat.

6. Der Mensch kommt erst als fragend-geschichtlicher zu ihm selbst und ist ein Selbst. Die Selbstheit des Menschen besagt dieses: Das Sein, das sich ihm eröffnet, hat er in Geschichte zu verwandeln und sich darin zum Stand zu bringen. Die Selbstheit besagt nicht, er sei in erster Linie ein »Ich« und ein Einzelner. Er ist dies so wenig wie ein Wir und eine Gemeinschaft.

7. Weil der Mensch als geschichtlicher er selbst ist, muß sich die Frage nach seinem eigenen Sein wandeln aus der Form: » was ist der Mensch ? « in die Form : » wer ist der Mensch ? «

Was der Spruch des Parmenides ausspricht, ist eine Bestimmung des Wesens des Menschen aus dem Wesen des Seins selbst.

Aber noch wissen wir nicht, wie hier das Wesen des Menschen bestimmt wird. Es galt, nur erst den Raum auszuzeichnen, in den der Spruch hineinspricht und den er, hineinsprechend,