steht sie damit erst am Anfang. Die eigentliche Auslegung muß jenes zeigen, was nicht mehr in Worten dasteht und doch gesagt ist. Hierbei muß die Auslegung notwendig Gewalt brauchen. Das Eigentliche ist dort zu suchen, wo die wissenschaftliche Interpretation nichts mehr findet, die alles, was ihr Gehege übersteigt, als unwissenschaftlich brandmarkt.
Wir können aber hier, wo wir uns auf den herausgegriffenen Gesang beschränken müssen, diesen dritten Gang nur in einer bestimmten Hinsicht gemäß unserer eigentlichen Aufgabe und dieses auch nur in wenigen Schritten wagen. Wir setzen, in Erinnerung an das auf dem ersten Gang Gesagte, bei dem an, was sich auf dem zweiten durch die Erläuterung der Schlußstrophe ergeben hat.
Das δεινότατον des δεινόν, das Unheimlichste des Unheimlichen, liegt im gegenwendigen Bezug von δίκη und τέχνη. Das Unheimlichste ist nicht die gradweise höchste Steigerung des Unheimlichen. Es ist der Artung nach das Einzigartige am Unheimlichen. In der Gegenwendigkeit des überwältigenden Seienden im Ganzen und des gewalttätigen Daseins des Menschen wird die Möglichkeit des Absturzes in das Ausweg- und Stätte-lose erwirkt: der Verderb. Dieser und die Möglichkeit dazu stellen sich aber nicht erst am Ende ein, sofern der Gewalt-tätige in einer einzelnen Gewalt-tat nicht durchkommt und sich vergreift, sondern dieser Verderb waltet und wartet von Grund aus in der Gegenwendigkeit des Überwältigenden und der Gewalt-tätigkeit. Die Gewalt-tätigkeit gegen die Übergewalt des Seins muß an dieser zerbrechen, wenn das Sein als das waltet, als was es west, als φύσις, aufgehendes Walten.
Diese Notwendigkeit des Zerbrechens kann aber nur bestehen, insofern das, was zerbrechen muß, in ein solches Da-sein genötigt wird. Der Mensch ist aber in ein solches Da-sein genötigt, in die Not solchen Seins geworfen, weil das Überwältigende als ein solches, um waltend zu erscheinen, die Stätte der Offenheit für es braucht. Von dieser durch das Sein selbst ernötigten Not her verstanden, eröffnet sich uns erst das Wesen