gesellen das Vordergründige dessen, was von sich her anwest, das Vernehmbare. Im Aussehen steht das Anwesende, das Seiende, in seinem Was und Wie an. Es ist ver-nommen und genommen, ist im Besitz eines Hinnehmens, ist dessen Habe, ist verfügbares Anwesen von Anwesendem: οὐσία. [So kann denn οὐσία beides bedeuten: Anwesen eines Anwesenden und dies Anwesende im Was seines Aussehens.
Hier verbirgt sich der Ursprung der nachfolgenden Unterscheidung von existentia und essentia. Greift man dagegen die geläufig gewordene Unterscheidung von existentia und essentia gleichsam blindlings aus der Überlieferung auf, dann sieht man niemals ein, inwiefern gerade existentia und essentia samt ihrem Unterschied sich aus dem Sein des Seienden abheben, um es zu kennzeichnen. Verstehen wir jedoch die ἰδέα (das Aussehen) als Anwesen, dann zeigt sich dieses in einem doppelten Sinne als Ständigkeit. Im Aussehen liegt einmal das Heraus-stehen-aus-der-Unverborgenheit, das einfache ἔστιν. Im Aussehen zeigt sich zum anderen das Aussehende, das, was ansteht, das τί ἐστιν,]
So macht die ἰδέα das Sein des Seienden aus. Ἰδέα und εἶδος werden aber hierbei in einem erweiterten Sinne gebraucht, nicht nur für das mit den leiblichen Augen Sichtbare, sondern für alles Vernehmbare. Was je ein Seiendes ist, das liegt in seinem Aussehen, dieses jedoch praesentiert (läßt anwesen) das Was.
Aber, so werden wir bereits gefragt haben, ist diese Auslegung des Seins als ἰδέα dann nicht echt griechisch? Sie erwächst doch mit unabwendbarer Notwendigkeit daraus, daß das Sein als φύσις, als aufgehendes Walten, als Erscheinen, als Im-Licht-stehen erfahren wird. Was zeigt das Erscheinende im Erscheinen anderes als sein Aussehen, die ἰδέα? Inwiefern soll die Auslegung des Seins als ἰδέα sich von der φύσις entfernen? Ist die Überlieferung der griechischen Philosophie nicht ganz im Recht, wenn sie seit Jahrhunderten diese Philosophie im Lichte der platonischen sieht? Die Auslegung des Seins als ἰδέα durch