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Verschiedene Fassungen der Unterscheidung

Allein, mit der Frage nach der Bestimmung des Seins des Seienden ist noch nicht das volle Wesen der Metaphysik durchschritten und daher auch noch nicht die Vollendung abzuschätzen.


3. Metaphysik nach dem vollständigen Begriff.

Sein des Seienden:

a) das Seiende im Vorrang

α) inwiefern überhaupt und inwiefern am Beginn: ἰδέα κοινόν; άγαθόν als αἰτία - intellectus divinus,

β) inwiefern in der »Kritik der reinen Vernunft«: »Erfahrung« — Doppelsinn,

γ) inwiefern im deutschen Idealismus: als das Absolute; das Absolute als das Erste, Gewisse; vgl. Descartes.

Daraus wird deutlicher das Grundgefüge des Wesens der Metaphysik:

b) das theologische Wesen aller Metaphysik,

c) das ontologische Wesen der Metaphysik,

d) das analogische Wesen der Metaphysik.

Vgl. die mittelalterliche Fassung der Metaphysik: metaphysica als scientia regulatrix; sie enthält und gibt die Ordnung im Wissen, weil sie und indem sie auf die maxime intelligibilia geht: 1. ex ordine intelligendi (das intellegere geht auf die causae; die Metaphysik handelt von der prima causa für alles andere; Deus und so erst vom creatum).

2. ex comparatione intellectus ad sensum; sie geht auf das Universale, nicht auf das Partikulare; sie handelt vom ens commune (via resolutionis — rnagis communia post minus communia),

3. ex ipsa eognitione intellectus (gen. objectivus); intellectus divinus ist die eigentliche sustantia separata, das eigentliche Seiende in sich.


4. Copula (vgl. Vorlesung Sommersemester 1936)1,

Sein — ist Sichunterscheiden und darin Zusammengehören und deshalb und so »Identität«,

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