und Nivellierung des Seins zeigen sich innerhalb des Seienden wohl vielerlei Stufen und Ränge, die selbst wieder die verschiedensten Ordnungen zulassen. Wir können vom Leblosen, von Staub und Sand und von der Starre des Steins zum »Lebendigen« der Gewächse und des Getiers fortschreiten, darüber hinaus zum freien Menschen, über diesen hinweg noch zu Halbgöttern und Göttern aufsteigen; wir können aber auch die Rangordnungen im Seienden umkehren und das, was man »Geist« und »Geistiges« zu nennen pflegt, nur als eine Ablagerung elektrischer Erscheinungen und als eine Ausschwitzung von Stoffen ausgeben, deren Zusammensetzung die Chemie bisher zwar noch nicht gefunden hat, aber eines Tages doch finden wird. Oder wir können das Seiende, das wir das »Lebendige« nennen, als das Höchste ansetzen und »das Leben« für das Wirkliche halten und alles Stoffliche ihm einordnen, aber auch »das Geistige« lediglich als ein Werkzeug dem »Leben« einbauen. Jedesmal ist jedoch das Sein in allem Seienden das durchgängig allem Gemeine und so das Gemeinste. Zugleich aber trifft schon eine flüchtige Überlegung alsbald wieder auf das Gegenteil zu dieser Kennzeichnung des Seins. Wie immer nämlich auch ein Seiendes über ein anderes hervorragen mag, ah ein Seiendes bleibt es doch gleich dem anderen Seienden und hat so am anderen das Gleiche seiner selbst. Jedes Seiende hat an jedem Seienden, und zwar insofern dies ein Seiendes ist, seinesgleichen. Der Baum vor dem Haus ist ein anderes Seiendes als das Haus, aber ein Seiendes; das Haus ist ein anderes als ein Mensch, aber ein Seiendes. Alles Seiende bleibt in das Mannigfaltige des jeweiligen Seienden auseinandergeworfen und in eine unübersehbare Vielheit von Seiendem verstreut. Indem wir Seiendes erfahren, durchmessen wir vielerlei. Dennoch: Überallhin und ohne Ausnahme findet sich das Seiende jeweilig zu Seiendem ah seinesgleichen. Wie aber steht es mit dem Sein?
Das Sein hat nirgendwo und nirgendwie seinesgleichen. Sein ist gegenüber allem Seienden einzig.