Menschen erfahren. Wir gestehen, daß wir zu solcher Erfahrung der Geschichte selbst bedürfen, dessen, daß sie uns erinnert und Winke gibt zur Besinnung. Eine solche Besinnung gewährt uns die Erinnerung an den ersten Anfang des abendländischen Denkens.
Warum das so ist, kann uns allein dieser Anfang selbst sagen, gesetzt, daß wir uns Wesentliches sagen lassen.
§ 19. Die Erinnerung in den ersten Anfang des abendländischen Denkens ist Besinnung auf das Sein, ist den Grund begreifen
Vielerlei Ursachen bewirken nun freilich, daß wir hier sogleich von einer Reihe zum Teil geläufiger Bedenken überfallen werden, von denen nur zwei genannt, aber nicht weiter erörtert sein sollen. Man wird sagen: Der erste Anfang des abendländischen Denkens ist uns unerreichbar, und wenn er auch historisch erreichbar sein mag, er bleibt dann doch unwirksam. Was soll uns die Vergegenwärtigung von längst Vergangenem?
In der Tat, gälte die Vergegenwärtigung nur einem Seienden, das vormals war und jetzt längst nicht mehr ist, gälte die Vergegenwärtigung einer Folge von Denkakten, vollzogen von Denkern, die einstmals lebten, dann hefteten wir unser Suchen nur an ein Entschwundenes. Allein, wir wollen nicht ein vergangenes Seiendes in der Gegenwart aufleben lassen, wir wollen vielmehr des Seins innewerden. Wir erinnern uns in der Besinnung an das Sein und die Art, wie es anfänglich west und als Anfängliches noch west, ohne dadurch je ein gegenwärtiges Seiendes zu werden. Das Anfängliche ist zwar ein Gewesenes aber kein Vergangenes. Das Vergangene ist immer das Nichtmehr-Seiende, das Gewesene aber ist das nochwesende Sein, das Sein aber ist das in seiner Anfänglichkeit Verborgene.
Diese Verborgenheit des Anfangs bedeutet nicht seine Verschüttung, sondern nur die Eigentümlichkeit seiner uns zunächst,