bleibt, was das Wort ElW; (Streit) nennt, um zu erkennen, daß diese ›Geschichte‹ im besonderen über Heraklits Denken ein Licht aufgehen läßt.
Die andere Geschichte über Heraklit lautet:
ἀναχωρήσας δ᾽εἰς τὸ ἱερὸν τῆς Ἀρτέμιδος μετὰ τῶν παίδων ἠστραγάλιζε · περιστάντων δ᾽αὐτὸν τῶν Ἐφεσίων, τί, ὦ κάκιστοι, θαυμάζετε; εἶπεν · 'ἢ οὐ χρεῖττον τοῦτο ποιεῖν ἢ μεθ᾽ὑμῶν πολιτεύεσθαι;'3
»Er aber hatte sich in das Heiligtum der Artemis zurückgezogen, um da mit den Kindern das Knöchelspiel zu spielen; hier standen nun die Ephesier um ihn herum, und er sagte zu ihnen: ›Was, ihr Schufte, bestaunt ihr da? Oder ist es nicht besser, dies zu tun als mit euch zusammen um die πόλις sich zu bemühen ?«‹
Diese zweite Geschichte gibt ein ähnliches Bild, insofern wieder die Menge neugierig gaffend dem Denker sich genaht hat und um ihn herumsteht. Die Ephesier sind genannt, also die Landsleute Heraklits. Jetzt freilich verweilt er nicht an einem alltäglichen und geringen Ort. Er ist weggegangen in den heiligen Bezirk des Tempels der Artemis. So ist wiederum die Nähe zu den Göttern berichtet, aber in einer Weise, die nicht an das Erstaunliche rührt, daß im Backofen die Götter anwesen. Der heilige Tempelbezirk spricht hier schon für sich deutlich genug. Allerdings gibt es hier nun erst recht die Gelegenheit zum Staunen. Der Denker kümmert sich gerade nicht um die Göttin, er spielt mit den Kindern das Würfelspiel (ἀστράγαλος, der Wirbelknochen, Knöchel, Würfel). Ein Denker, von dem selbst der gewöhnliche Mensch Ernst und Tiefsinn erwartet, treibt Kinderspiele. Wenn ihm aber schon, nach seinem eigenen Wort aus der ersten Geschichte, an der Nähe der Götter so sehr gelegen ist, daß er sie sogar im Backhaus findet, wie kann er dann gar im Bezirk des Hauses der Göttin
3 Diogenes Laertius, IX, 3.