Seienden dreht. Steht es so, dann ist, immer griechisch gedacht, der Denker bei seiner Sorge um die Wesensnähe der Götter der eigentlich ›politische‹ Mensch. Dann ist πολιτεύεσθαι und πολιτεύεσθαι auch bei den Griechen nicht unmittelbar und nicht jedesmal das Gleiche. Dann weist Heraklit in seinem Wort an die Ephesier nur deren Erwartung zurück, daß er als Denker aus der ihm zugemessenen Sorge herausfalle, um durch das unmittelbare Zusammenwirken mit ihnen in eine ihm ungemäße Bemühung um die πόλις zu verfallen (vgl. Fragment 121). Dann verweist diese Zurückweisung mittelbar in das Nötige der Not der denkerischen Sorge, nämlich denkend um das Ungeheuere in allem Geheueren besorgt zu sein.
Doch ist das Sorge um das Ungeheuere und um die eigene Göttin der eigenen πόλις, wenn einer mit den Kindern im Tempelbezirk der Göttin ›Würfel‹ spielt? So werden wir fragen. So fragen die Ephesier. Heraklit jedoch verweist den Umstehenden diese Frage keineswegs. Er bringt sie vielmehr gerade darauf, recht zu fragen, nämlich nach dem, was sie denn an seinem jetzigen Tun bestaunen.
τὶ . . . θαυμάζετε; – »Was bestaunt ihr da?« Staunt ihr darüber, daß ein Denker, abseits der Bezirke des Handelns und der Erfolge, im nutzlosen Spiel nur die Zeit vertreibt und nicht einmal seinen Gedanken nachgeht, was doch das wenigste ist, was von einem Denker gefordert werden darf? Wenn sie sich nur darüber wundem, verstehen sie allerdings nichts von seinem Verhalten. Als bloßer Zeitvertreib wäre das Spiel mit den Kindern in der Tat nicht besser als die Gafferei der Ephesier. Warum verdient es also, wenn es für den Denker besser sein soll, den Vorzug? Welches wahrhaft Erstaunliche verbirgt sich in dem harmlosen Tun des Denkers? Liegt in diesem durchaus vertrauten und geheueren Spielen mit den Kindern die Nähe zu einem ungeheueren Spiel? Wenn ja, dann wäre das heftige Wort des Denkers an die Ephesier nur dem Anschein nach abweisend, so wie das Wort im Backofen auch nur dem Anschein nach bloß leichthin einladend ist, gleich als ließen