sich dort die Götter geradezu von jedem beliebigen in jeder Verfassung antreffen.
Wir werden im folgenden darauf achten müssen, ob und in welchem Sinne das Denken Heraklits stets aus der Nähe zu einem Spiel bestimmt ist, ob sich ihm gar das im denkerischen Denken Zu-denkende als so etwas wie ein Spiel enthüllt.
b) Das Wort Heraklits im Schutze der Artemis
Beide Geschichten über Heraklit zeigen, wenngleich in verschiedener Weise und Deutlichkeit, daß im Denken des Denkers eine Nähe der Götter waltet. Man könnte dies, falls man je darauf achtete, nach späteren Vorstellungen der Metaphysik sich leicht erklären durch den Hinweis, daß eben im denkerischen Denken, wo das Ganze der Welt vorgestellt wird, notwendig auch der allgemeine Weltgrund, d. h. das Göttliche, in einem weiten und unbestimmten Sinne, mit vorgestellt werde. Man kann ja auch leicht nachweisen, wie in aller Metaphysik von Platon bis Nietzsche ein theologisches Moment vorherrscht, weil als allgemeine Weltursache ›das Göttliche‹ gedacht ist. Hierin liegt auch der Grund für einen weittragenden Vorgang innerhalb der abendländischen Geschichte. Wir denken an das wechselweise Verhältnis zwischen der Metaphysik und dem Christentum.
Allein, wir tun gut daran, schon zu Beginn dieser Vorlesung alle theologischen Deutungen aus dem anfänglichen Denken fernzuhalten und somit auch die Meinung, bereits in ihrem Beginn sei die Philosophie durch die Theologie bestimmt. Denn die Götter und das Göttliche des Griechentums eignen sich nicht für eine Theologie, auch dann nicht, wenn wir diesen Titel sehr weit fassen und darunter nicht nur die rationale Erklärung und Ordnung des Lehrgehaltes einer vorgegebenen ›Religion‹ verstehen. Es gibt überhaupt keine griechische ›Religion‹. Das Wort religio und die Sache sind römischen Wesens. Weil es