ohne weiteres ausgemacht, daß es und inwiefern es keine Weise gibt für den Menschen, vor dem niemals Untergehenden verborgen zu sein?
Gesetzt selbst, es sei so, dann sagt der Spruch doch, daß wir dies wissen sollen. Wie aber können wir es wissen, wenn wir nicht alles bedenken, was da gesagt wird? Wie sollen wir es bedenken, ohne zu fragen? Vielleicht stößt hier und gerade hierbei das Fragen an das Fraglose. Wie aber sollen wir zu diesem je gelangen, wenn wir uns nicht auf den Weg des Fragens machen, um dort das rechte Fragen zu lernen? Das rechte Fragen besteht darin, zu wissen, wo und angesichts wovon nicht mehr gefragt werden darf. Denkendes Fragen und Fragenkönnen nach der Weise der Denker ist in sich bereits ein ursprüngliches Wissen. Solches Wissen sollen wir fragend lernen und nur dieses. Den Spruch als eine bloß rhetorische Frage nehmen, das hieße, den Spruch im voraus nicht als den Spruch eines Denkers fassen. Dazu werden wir uns bei einem Denker, der gar der Dunkle ist, schwer verstehen. Also fragen wir: Was fragt der Spruch? Er fragt: πῶς — wie, in welcher Weise und auf welchen Wegen je einer der Menschen verborgen bleiben könne vor dem niemals Untergehenden. Indem wir sagen ›vor‹ dem niemals Untergehenden, schieben wir ein Wort ein, das im Griechischen nicht da steht. Das von uns eingeschobene ›vor‹ bringt denn auch leicht das Mißverständnis auf die Bahn, das ›niemals Untergehende‹ sei irgendein Gegenstand oder ein Wesen, das gleichsam dem Menschen überall gegenübersteht und auf den Menschen aufpaßt. Wir sagen deshalb in der Übersetzung sorgsamer »Dem ja nicht Untergehenden je, wie möchte einer (dem) verborgen sein?«
Allerdings liegt auch so bereits die Mißdeutung nahe, das niemals Untergehende sei von der Art eines beobachtenden Wesens, dessen Aufsicht der Mensch unterstellt bleibe, so daß er sich vor diesem Wesen niemals in Sicherheit bringen könne, wie immer der Mensch es auch anstelle. Doch welcher Art der Bezug des niemals Untergehenden zum Menschen und wie