physikalisch denken lernen wir durch die Physik. So lernen wir jedes sachliche Denken je an der jeweiligen Sache.
Allein, wir wollen hier ja weder historisch noch biologisch noch physikalisch noch überhaupt wissenschaftlich, auch nicht wirtschaftlich und auch nicht künstlerisch denken lernen, wir wollen hier ›nur‹ denken lernen. ›Nur denken‹? Was denken wir denn, wenn wir ›nur‹ denken? ›Nur denken‹ — ist das weniger als sachlich denken, weil da gleichsam die Sache fehlt? Oder ist ›nur denken‹ mehr als alles sachliche Denken? Weil es da gleichsam aller Sachen ledig reines Denken ist? Doch was denkt und wohin denkt das Denken, wenn es ›nur‹ denkt? Die Logik als die Lehre vom richtigen Denken sieht doch offenbar auch ab von dem Bezug auf besondere Sachgebiete. Sie handelt nur vom Denken überhaupt. Und -nur denken und nur denken lernen möchten wir hier lernen. Und nur darum handelt es sich hier und jetzt, und zwar so ausschließlich, daß wir nur erst dieses Denkenlernen zu lernen uns bemühen. Damit wird jedoch die Frage, was die ›Logik‹ hierbei vermöge, was sie sei, unumgänglich. Was in aller Welt hat das Denken mit der ›Logik‹ zu tun?
2) Rückgang auf den griechischen Zusammenhang der Nennung des Wortes: ἐπιστήμη λογική · ἐπιστήμη und τέχνη
Der Name und d. h. die Sache und ihre Wesens gestalt stammen aus dem Griechentum. Wenn irgend etwas in der abendländischen Geschichte aus dem Griechentum her gegenwärtig geblieben ist und gegenwärtig ist für uns, dann ist es ›die Logik‹, auch wenn wir dies noch gar nicht sehen. »Logik« ist der verkürzte Ausdruck für λογική (λογική, λογικά — was den λόγος angeht). Vor λογική ist zu sagen ἐπιστήμη; wir übersetzen Wissenschaft vom λόγος. Wir kennen andere und entsprechende Titel: ἐπιστήμη φυσική, ἐπιστήμη ἠθική Wissenschaft von der φύσις und dem, was zur φύσις gehört; Wissenschaft vom ἦθος und von dem, was das ἦθος betrifft.