ZWEITER ABSCHNITT
DAS WEGBLEIBEN DES URSPRUNGLICHEN ΛΌΓΟΣ UND DIE WEGE DES ZUGANGS
§ 4. Vorbereitung auf das Hören des Λόγος
a) Zur Bedeutung des λόγος als Rede, Wort und Aussage.
Notwendigkeit einer erneuten Frage nach der anfänglichen
Bedeutung des λόγος
Wir fragen: was heißt λόγος? Das vielgebrauchte Wort und das, was es nennt, ist dunkel. Aber ›die Logik‹ ist doch schon bei den Griechen entstanden. Man nennt Aristoteles, und dies nicht ganz zu Unrecht, den» Vater der Logik«. Das angeführte Wort Kants urteilt in derselben Weise. Wenn aber ›die Logik‹ sich im Wesen des λόγος versieht, dann mußten schon die griechischen Denker sich im Wesen des λόγος versehen haben? Dürfen wir solches vermuten? Wollen wir, die Spätgekommenen, uns anmaßen, es besser zu wissen als die griechischen Denker, die, aus ihrer Sprache denkend, doch eher und allein wissen mußten, was der λόγος sei? Platon und Aristoteles sind zwar die Denker, durch die sich das Denken der Griechen vollendete, sie sind die Denker, deren Denken nachmals für das abendländische Denken ›das‹ griechische Denken schlechthin bedeutete. Allein vor Platon und Aristoteles haben die Griechen auch schon gedacht, und einer dieser ›vorplatonischen‹ Denker hat sogar über den λόγος gedacht. Zwar verbürgt auch dies nicht, daß hier der λόγος eher in seinem Wesen erfahren worden sei. Je ursprünglicher ein Denker denkt, je ferner ist er und weiß er sich entfernt von dem, was für das Denken das