das nach der überlieferung unausweichlich ist, die Metaphysik als die höchste Gestalt des tiefsten Denkens, dann muß doch in der ›Logik‹, gerade wenn sie die Metaphysik des λόγος ist, das Wesen des λόγος am tiefsten gedacht sein. Von hier aus gesehen wird dann das vorplatonische Denken zum vor-metaphysischen Denken, zu jenem, das noch unvollkommen zur Metaphysik erst unterwegs ist. Was die vorplatonischen Denker über den λόγος gesagt haben, kann nur aus der späteren Metaphysik her gedacht werden. So ist es auch geschehen und geschieht noch. Ja, wir verdanken es sogar der Metaphysik und ihrem Denken über den λόγος, daß uns überhaupt Aussprüche der vorplatonischen Denker, insbesondere die des Heraklit, über den λόγος erhalten geblieben sind.
2) Rückgang durch den λόγος als Aussage zum vor-metaphysischen Λόγος. Fragment 50.
Auf dem Weg, den unsere überlegungen zu gehen versuchen, um das Wesen des Λόγος zu denken, ist jedoch ein anderes Vorgehen nötig. Wir nehmen die ›Logik‹ nicht wie eine von Gott gegebene und endgültig entschiedene, höchstens abwandelbare Lehre vom λόγος. Wir fragen durch die Logik hindurch nach dem Λόγος und fragen genauer, wie es denn möglich geworden sei, daß der λόγος als Aussage zur Rolle des Leitfadens für die Auffindung der Grundzüge des Seienden innerhalb der Metaphysik gelangen konnte. Wir denken dem nach, ob und wie vor der Entstehung der ›Logik‹ innerhalb der Metaphysik, ob und wie vor der Metaphysik über den Λόγος gedacht worden ist. Wenn wir zu verstehen suchen, was ein vorplatonischer Denker, nämlich Heraklit, über den Λόγος dachte, dann stellen wir die metaphysische Auffassung vom λόγος auf die Seite. Doch diese Ausschaltung des Gesichtskreises der Metaphysik ist zunächst nur etwas Negatives. überdies brauchen wir dann doch auch wieder einen Gesichtskreis, innerhalb dessen das, was Heraklit vom λόγος sagt, sichtbar und