Schweizerstumpen, die ich in meine wirkliche Mappe stecke, existieren wirklich; der Herr hinterm Ladentisch ist wirklich begeistert; der Straßenjunge macht wirklich diesen Hund wütend, benimmt sich wirklich ungezogen; der zaghafte und verzweifelte Anfänger in der Phänomenologie, dem ich Mut mache, ist wirklich zaghaft und mit sich selbst unzufrieden.
b) Bedeutsamkeit als Wirklichkeitscharakter des
faktischen Lebens
Was ich da erfahre, ist faktisch wirklich — existiert. Welches ist der Sinn dieser »Existenz«? Wenn wir Antwort auf diese Frage wollen, muß alles über Existenzbegriff und alle erkenntnistheoretischen Beweise und Erklärungen fortbleiben; sondern es kommt darauf an, den phänomenalen Sinn des »wirklich« herauszusehen, in dem ich lebe und von dem ich im faktischen Leben nicht etwas ausdrücklich theoretisch weiß. Sofern ich faktisch in all dem Gesagten lebe, mit ihm je nach seinem Gehalt so und so beschäftigt, daran so und so beteiligt bin, hat alles Erfahrene — es mag inhaltlich so heterogen sein wie immer — denselben Sinn von Existenz. Man muß dabei alle Theoretisierungen wegdenken, nicht das heranziehen, was ein Erkenntnistheoretiker darüber sagt, sondern sehen den Sinn, in dem das faktische Erfahren sein Erfahrenes erneut und immer im Charakter der Bedeutsamkeit hat. Auch das Trivialste ist bedeutsam, nur eben trivial; auch das Wertloseste ist bedeutsam.
Teetrinkend nehme ich meine Tasse in die Hand; im Gespräch habe ich meine Tasse vor mir stehen. Es ist nicht so, daß ich etwas Farbiges oder gar Empfindungsdaten in mir als Ding auffasse und dieses Ding als Tasse, die in Raum und Zeit bestimmt ist, etwas, das in Wahrnehmungssukzessionen sich gibt, eventuell auch nicht existieren könnte. »Meine Tasse aus der ich trinke« — in der Bedeutsamkeit erfüllt sich ihre Wirklichkeit, sie ist sie selbst. Ich lebe faktisch immer bedeutsamkeitsgefangen, und jede Bedeutsamkeit hat ihren Umring von neuen Bedeutsamkeiten: