eine wegnehmbare Zeit, die faktisch ruinantes Leben für sich selbst in sich selbst wegnimmt. Die Ruinanz nimmt die Zeit weg, d. h. aus der Faktizität sucht sie das Historische zu tilgen. Die Ruinanz des faktischen Lebens hat diesen Vollzugs sinn der Zeittilgung. In dieser eigentümlichen Weise ist das Historische immer noch im Leben da, es ist in aller Ruinanz immer faktisch (das Historische als Konstitutivum der Faktizität).2
Die Ruinanz nimmt die Zeit weg; umgekehrt: »keine Zeit haben« als Wie des faktischen Lebens ist Ausdruck seiner Ruinanz; die verschiedenen kairologischen Charaktere sind bestimmte Interpretate der Steigerung der Ruinanz, kategoriale Interpretate des Sturzcharakters.
In der Besorgnis, in der das faktische Sorgen sich selbst in die Sorge nimmt, verfängt sich das ruinante Leben in sich selbst. Die Sorge legt sich, vollzugshaft verstanden, mehr und mehr auf das Leben und bleibt schließlich auf ihm liegen, d. h. faktisches Leben will sich selbst tragen - in seiner faktisch ruinanten Weise - und wird am Ende, ausdrücklich oder nicht, toll darüber oder töricht.
B. Vier formal-anzeigende Charaktere der Ruinanz
Im interpretativen Blick auf die Besorgnis, und zwar sie genommen in der vollen Bewegtheit, lassen sich mit Beziehung auf die Ruinanz folgende vier formal-anzeigenden Charaktere fixieren: 1. das Verführerische (Tentative), 2. das Beruhigende (Quietive), 3. das Entfremdende (Alienative), 4. das Vernichtende (Negative; aktiv, transitiv).
2 Hier folgte ein weiterer Teil der» Voraussetzung«, Anhang I, S. 169 ff.; es wurde nicht mehr alles vorgetragen.