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»Dasein ist Sein in einer Welt«

demnach das Dasein selbst im thematischen Feld der Betrachtung erblickbar sein.

Die konkrete Explikation des Phänomens Neugier (und so die eines jeden) hat die Wurzel ihrer bestimmten Möglichkeit und Ertragfähigkeit in dem, ah was Dasein im vorhinein angesetzt und in Grundzügen vorbestimmt wird. Das Hinsehen auf etwas und das in ihm als sein es ausbildender Vollzug lebendige Bestimmen des In-Sicht-gehaltenen hat das Zusehende im vorhinein schon als so und so das in jedem Zu- und Umgang dergestalt im vorhinein Gehabte sei bezeichnet als Vorhabe.

An der Ursprünglichkeit und Echtheit der Vorhabe, in die hinein das Dasein als solches (faktisches Leben) gestellt wird, hängt das Schicksal des Ansatzes und der Durchführungsart der hermeneutischen Deskription der Phänomene.

Die Vorhabe, in der Dasein (jeweilig eigenes Dasein) für diese Untersuchung steht, läßt sich in formaler Anzeige Dasein (faktisches Leben) ist Sein in einer Welt. Diese Vorhabe soll sich gerade schon in der Analyse der Neugier ausweisen. Gelingt eine solche Ausweisung, dann ist damit noch nichts ausgemacht über die Ursprünglichkeit der Vorhabe; sie selbst ist nur das Phänomen einer in ihr selbst weiter zurückliegenden und in der Deskription auch schon wirksamen Vorhabe.

Die Vorhabe muß so nähergebracht und zugeeignet werden, daß die leere Verständlichkeit der formalen Anzeige sich erfüllt aus dem Blick auf die konkrete Anschauungsquelle. Die formale Anzeige ist immer mißverstanden, wenn sie als fester, allgemeiner Satz genommen und mit ihr konstruktiv dialektisch deduziert und phantasiert wird. Alles liegt daran, vom unbestimmten, aber irgendwie verständlichen Anzeigegehalt aus das Verstehen auf die rechte Blickbahn zu bringen. Das Gewinnen dieser Blickbahn kann und muß prophylaktisch unterstützt werden durch Abweisung scheinbar verwandter und deshalb von selbst andrängender Blickstellungen, wie sie in einer jeweiligen Lage des Forschens herrschend sind.