DRITTES KAPITEL


Ausbildung der Vorhabe


§ 18. Blick auf die Alltäglichkeit


Nach diesen abweisenden Vorkehrungen gilt es, die Vorhabe selbst und die Blickbahn darauf zu in Blick und Vollzug zu bringen. Dasein ist, was es ist, in seiner Jeweiligkeit; es selbst in seiner Jeweiligkeit ist aber unter ganz verschiedene Hinsichten zu stellen.

Für die Ausbildung einer Vorhabe wird entscheidend, das Dasein in seiner Alltäglichkeit zu sehen. Alltäglichkeit charakterisiert die Zeitlichkeit des Daseins (Vorgriff). Zur Alltäglichkeit gehört eine gewisse Durchschnittlichkeit des Daseins, das »Man«, worin die Eigenheit und mögliche Eigentlichkeit des Daseins sich verdeckt hält.

In der Blicktendenz auf das Dasein in seiner durchschnittlichen Alltäglichkeit ist die formale Anzeige der Vorhabe, »Faktisches Leben (Dasein) besagt: Sein in einer Welt«, anschaulich auszuweisen. Was ist gemeint mit »Welt«, was besagt »in« einer Welt, wie sieht »Sein« in einer Welt aus? Das Phänomen Dasein soll nicht zusammengebaut werden aus diesen Bestimmungen, sondern in der jeweiligen Betonung des einen Terminus der Anzeige soll immer nur eine mögliche Hinsicht auf dasselbe einheitliche Grundphänomen liegen.

(Was besagt »Welt« als Worin des Seins? Die Beantwortung läuft durch folgende Stationen anschaulicher Vergegenwärtigung: Welt ist, was begegnet. Als was und wie begegnet sie? Begegnis und Semscharakter (»Gegenstand« nur für formale Ontologie). Im Charakter von Verweisungen (Terminus, ontologisch); die Verweisungen geben die Welt als das Besorgte; sie ist »da« im Wie des Besorgtseins. Unmittelbarer Da- und Begegnischarakter


Martin Heidegger (GA 63) Ontologie: Hermeneutik der Faktizität page 85