Im Zeitalter der völligen Fraglosigkeit von allem genügt es, die Frage aller Fragen erst einmal zu fragen.
Im Zeitalter des endlosen Bedürfens aus der verborgenen Not der Notlosigkeit muß diese Frage notwendig als das nutzloseste Gerede erscheinen, über das man auch schon rechtzeitig hinweggegangen ist.
Gleichwohl bleibt die Aufgabe: Die Wiederbringung des Seienden aus der Wahrheit des Seyns.
Die Frage nach dem »Sinn des Seyns« ist die Frage aller Fragen. Im Vollzug ihrer Entfaltung bestimmt sich das Wesen dessen, was da »Sinn« benennt, das, worinnen die Frage als Besinnung sich hält, was sie als Frage eröffnet: die Offenheit für das Sichverbergen, d. h. die Wahrheit.
Die Seinsfrage ist der Sprung in das Seyn, den der Mensch als der Sucher des Seyns vollzieht, sofern er ein denkerisch Schaffender ist. Sucher des Seyns ist im eigensten Übermaß sucherischer Kraft der Dichter, der das Seyn »stiftet«.
Wir Jetzigen aber haben nur die eine Pflicht, jenen Denker vorzubereiten durch die weit vorgreifende Gründung einer sicheren Bereitschaft für das Frag-würdigste.
5. Für die Wenigen - Für die Seltenen
Für die Wenigen, die von Zeit zu Zeit wieder fragen, d. i. das Wesen der Wahrheit erneut zur Entscheidung stellen.
Für die Seltenen, die den höchsten Mut zur Einsamkeit mitbringen, um den Adel des Seyns zu denken und zu sagen von seiner Einzigkeit.
Das Denken im anderen Anfang ist in einer einzigen Weise ursprünglich geschichtlich: die sich fügende Verfügung über die Wesung des Seyns.
Ein Entwurf der Wesung des Seyns als das Ereignis muß gewagt werden, weil wir den Auftrag unserer Geschichte nicht kennen. Vermöchten wir die Wesung dieses Unbekannten in seinem Sichverbergen von Grund aus zu erfahren.