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9. Durchblick

sich selbst erst gründend, den Menschen und den Gott auseinander- und zueinander-setzt und einander eignet. Was in der Gründung des Da-seins sich eröffnet, ist das Ereignis. Damit ist nicht gemeint ein »Gegenüber«, ein Anschaubares und eine »Idee«, sondern das Herüberwinken und das Hinübersichhalten im Offenen des Da-, das eben der lichtend-verbergende Wendungspunkt in dieser Kehre ist.

Diese Kehre gewinnt ihre Wahrheit nur, indem sie als Streit zwischen Erde und Welt bestritten und so das Wahre in das Seiende geborgen wird. Nur Geschichte, die im Da-sein sich gründet, hat die Gewähr einer Zugehörigkeit zur Wahrheit des Seins.



9. Durchblick


Das Seyn als Ereignis – zögernde Versagung als (Verweigerung). Reife: Frucht und Verschenkung. Das Nichthafte im Seyn und der Gegenschwung; streitig (Seyn oder Nichtsein).

Das Seyn west in der Wahrheit: Lichtung für das Sichverbergen.

Die Wahrheit als Wesen des Grundes: Grund – das Worin gegründet (nicht das Woher als Ursache).

Der Grund gründet als Ab-grund: die Not als das Offene des Sichverbergens (nicht die »Leere«, sondern abgründige Unerschöpfung).

Der Ab-grund als der Zeit-Raum.

Der Zeit-Raum die Augenblicks-stätte des Streites (Seyn oder Nichtsein).

Der Streit als der Streit von Erde und Welt, weil Wahrheit des Seyns nur in der Bergung und diese als das gründende »Zwischen« im Seienden. Auseinander von Erde und Welt.

Die Bahnen und Weisen der Bergung – das Seiende.


Martin Heidegger (GA 65) Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis)

Contributions to Philosophy (of the Event) p. 25

GA 65