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11. Das Ereignis - das Dasein - der Mensch

Das Da-sein als Gründung der Bestreitung des Streites in das durch ihn Eröffnete wird menschenhaft erharrt und getragen in der das Da ausstehenden, dem Ereignis zugehörigen Inständigkeit.

Das Denken des Seyns als Ereignis ist das anfängliche Denken, das als Auseinandersetzung mit dem ersten Anfang den anderen vorbereitet.

Der erste Anfang denkt das Seyn als Anwesenheit aus der Anwesung, die das erste Aufleuchten einer Westing des Seyns darstellt.


11. Das Ereignis — das Dasein - der Mensch*


1. Ereignis: das sichere Licht der Wesung des Seyns im äußersten Gesichtskreis der innersten Not des geschichtlichen Menschen.

2. Das Dasein: das mittehaft-offene und so verbergende Zwischen, zwischen der Ankunft und Flucht der Götter und dem in ihm gewurzelten Menschen.

3. Das Dasein hat den Ursprung im Ereignis und dessen Kehre.

4. Deshalb ist es nur zu gründen als die und in der Wahrheit des Seyns.

5. Die Gründung - nicht Erschaffung - ist Grund-sein-lassen von Seiten des Menschen (vgl. die Einzelnen, Wenigen . . .), der damit erst wieder zu sich kommt und das Selbst-sein zurückgewinnt.

6. Der gegründete Grund ist zugleich Abgrund für die Zerklüftung des Seyns und Ungrund für die Seinsverlassenheit des Seienden.

7. Die Grund-stimmung der Gründung ist die Verhaltenheit (vgl. dort).

8. Die Verhaltenheit ist der ausgezeichnete, augenblickliche Bezug zum Ereignis im Angerufensein durch dessen Zuruf.


* vgl. Die Gründung


Martin Heidegger (GA 65) Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis)

Contributions to Philosophy (of the Event) p. 26

GA 65