Hier ist in der Tat das Fragen der Frage: wer wir sind, gefährlicher als jede andere Gegnerschaft, die einem je auf derselben Ebene einer Gewißheit über den Menschen begegnet (die Endform des Marxismus, die wesentlich weder mit Judentum noch gar mit dem Russentum etwas zu tun hat; wenn irgendwo noch ein unentfalteter Spiritualismus schlummert, dann im russischen Volk; der Bolschewismus ist ursprünglich westlich, europäische Möglichkeit: das Heraufkommen der Massen, die Industrie, Technik, das Absterben des Christentums; sofern aber die Vernunftherrschaft als Gleichsetzung aller nur die Folge des Christentums ist und dieses im Grunde jüdischen Ursprungs (vgl. Nietzsches Gedanke vom Sklavenaufstand der Moral), ist der Bolschewismus in der Tat jüdisch; aber dann ist auch das Christentum im Grunde bolschewistisch! Und welche Entscheidungen werden von hier aus notwendig?).
Aber die Gefährlichkeit der Frage, wer wir sind, ist zugleich, wenn Gefahr das Höchste ernötigen kann, der einzige Weg, um zu uns selbst zu kommen und damit die ursprüngliche Rettung, d. h. Rechtfertigung des Abendlandes aus seiner Geschichte, anzubahnen.
Die Gefährlichkeit dieser Frage ist so wesentlich in sich für uns, daß sie den Anschein der Gegnerschaft zum neuen deutschen Willen verliert.
Aber diese Frage muß als philosophische auf lange hinaus vorbereitet werden und kann nicht, so sie sich selbst versteht, beanspruchen, das unmittelbar im Augenblick nötige Vorgehen ersetzen oder auch nur bestimmen zu wollen.
Zumal die Frage: wer wir sind, rein und völlig eingefügt bleiben muß in das Fragen der Grundfrage: wie west das Seyn?