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fl. Der Anklang

baren und Vor-gestellten. Vor-stellbar heißt einmal: zugänglich im Meinen und Rechnen; und heißt dann: vorbringbar in der Herstellung und Durchführung. Dies alles aber aus dem Grunde gedacht: das Seiende als solches ist das Vor-gestellte, und nur das Vorgestellte ist seiend. Was der Machenschaft scheinbar einen Widerstand und eine Grenze setzt, ist für sie nur der Stoff zur weiteren Arbeit und der Anstoß in den Fortschritt, die Gelegenheit zur Ausdehnung und Vergrößerung. Innerhalb der Machenschaft gibt es nichts Frag-würdiges, solches, was durch das Fragen als solches gewürdigt und allein gewürdigt und damit gelichtet und in die Wahrheit gehoben werden könnte.

Innerhalb der Machenschaft gibt es dagegen sehr wohl und umso mehr »Probleme«, die bekannten »Schwierigkeiten«, die nur dazu da sind, um überwunden zu werden. Es gibt Unklarheiten und Ungeklärtes innerhalb des vor-stellend her-stellenden Er-klärens, Aufgaben, die noch nicht gelöst sind. Das alles gibt es aber nur, weil die Machenschaft die Seiendheit des Seienden bestimmt, nicht etwa, weil sie selbst eine Grenze zulassen könnte.

Weil aber so durch die Machenschaft die Fragwürdigkeit vertrieben und ausgerottet und als die eigentliche Teufelei gebrandmarkt ist, und weil vielleicht und im Grunde diese Zerstörung der Fragwürdigkeit sogar für das Zeitalter der völligen Fraglosigkeit nicht völlig möglich ist, deshalb bedarf dieses selbst noch dessen, was ihm erlaubt, machenschaftlich - in seiner Weise also — das Fragwürdige gelten zu lassen und doch zugleich ungefährlich zu machen. Und dies ist das Erleben: daß aus allem ein »Erlebnis« und ein immer größeres und ein immer unerhörteres und ein immer mehr sich überschreiendes »Erlebnis« werde. Das »Erlebnis«, hier gemeint als die Grundart des Vorstellens des Machenschaftlichen und des Sichhaltens darin, ist die Jedermann zugängliche Öffentlichkeit des Geheimnisvollen, d. h. Aufregenden, Aufreizenden, Betäubenden und Verzaubernden, was das Machenschaftliche notwendig macht.

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