freilich in der Ebene des Sichrichtens nach dem Seienden als solchen zum πρότερον und a priori werden muß.
Der schärfste Beweis für dieses verborgene Wesen des Seyns (für das Sichverbergen in der Offenheit des Seienden) ist nicht nur die Herabsetzung des Seyns zum Gemeinsten und Leersten. Der Beweis wird geführt durch die ganze Geschichte der Metaphysik, für die eben die Seiendheit das Bekannteste und sogar zum Gewissesten des absoluten Wissens werden muß und schließlich bei Nietzsche zu einem notwendigen Schein.
Ob wir diese große Lehre des ersten Anfangs und seiner Geschichte begreifen: das Wesen des Seyns als die Verweigerung und höchste Verweigerung in der größten Öffentlichkeit der Machenschaften und des »Erlebens«?
Ob wir Künftigen das Ohr haben für den Klang des Anklangs, der in der Vorbereitung des anderen Anfangs zum Klingen gebracht werden muß?
Die Seins Verlassenheit: sie muß als das Grundgeschehnis unserer Geschichte erfahren und ins Wissen — das gestalterische und führende — gehoben werden.
Und hierzu ist nötig:
1. daß die Seinsverlassenheit in ihrer langen und verdeckten, sich selbst verdeckenden Geschichte erinnert wird. Es genügt nicht der Hinweis auf das Heutige;
2. daß die Seinsverlassenheit ebensosehr als die Not erfahren wird, die in den Übergang hinüber ragt und diesen als den Zu-gang auf das Künftige befeuert. Auch der Übergang muß in seiner ganzen Weite und Vielspältigkeit erfahren werden (vgl. dazu Überlegungen IV, 96).
53. Die Not
Warum denkt man, wenn das Wort »Not« fällt, sogleich an »Mangel« und »Übel«, an Solches, dem wir abgünstig sein müssen? Weil man die Notlosigkeit als das »Gut« schätzt, und