Wissen des Grundes des Nihilismus aufbringt. Oder sollte aus diesem Wissen erst die Klarheit über die »Tatsache« des Nihilismus kommen?
Die Seinsverlassenheit bestimmt ein einzigartiges Zeitalter in der Geschichte der Wahrheit des Seyns. Es ist das Seynsalter der langen Zeit, in der die Wahrheit zögert, ihr Wesen ins Klare zu geben. Die Zeit der Gefahr des Vorbeigehens jeglicher wesentlichen Entscheidung, die Zeit des Verzichts auf den Kampf urn Maßstäbe.
Die Entscheidungslosigkeit als Bereich der Ungebundenheit der Machenschaften, wo das Große in der Ungestalt des Riesigen und die Klarheit als Durchsichtigkeit des Leeren sich aufspreizen.
Die lange Zögerung der Wahrheit und der Entscheidungen ist eine Versagung der kürzesten Bahn und der größten Augenblicke. In diesem Zeitalter ist »das Seiende«, was man das »Wirkliche« und »das Leben« und die »Werte« nennt, des Seyns enteignet.
Die Seinsverlassenheit verhüllt sich in der wachsenden Geltung der Berechnung, der Schnelligkeit und des Anspruchs des Massenhaften. In dieser Verhüllung steckt das hartnäckige Unwesen der Seinsverlassenheit und macht sie unangreifbar.
1. Die Berechnung — erst in die Macht gesetzt durch die im Mathematischen wissensmäßig gründende Machenschaft der Technik; hier der unklare Vorgriff in Leitsatze und Regeln, darum die Sicherheit der Lenkung und Planung, der Versuch; die Fraglosigkeit des irgendwie Durchkommens; nichts unmöglich, des »Seienden« ist man gewiß; der Frage nach dem Wesen der Wahrheit bedarf es nicht mehr; alles hat sich nach dem jeweiligen Stand der Berechnung zu richten; von
Contributions to Philosophy (of the Event) p. 95