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II. Der Anklang

Das Vielen und Allen Gemeine ist das fur die »Vielen«, was sie als das Über-ragende kennen; daher das Ansprechen auf Berechnung und Schnelligkeit, wie umgekehrt diese wieder dem Massenhaften die Geleise und die Rahmen beistellen. Hier die schärfste, weil unauffälligste Gegnerschaft gegen das Seltene, Einzige (das Wesen des Seins). Überall in diesen Verhüllungen der Seinsverlassenheit macht sich das Unwesen des Seienden, das Unseiende breit und zwar im Schein eines »großen« Geschehens.

Die Ausbreitung dieser Verhüllungen der Seinsverlassenheit und damit gerade ihrer selbst ist das stärkste, weil zunächst gar nicht merkliche Hindernis fur die rechte Einschätzung und Gründung der Grundstimmung der Verhaltenheit, in der erst das Wesen der Wahrheit aufleuchtet, sofern die Verrückung in das Da-sein geschieht.

Jene Weisen des Aufenthalts im Seienden und seiner »Beherrschung« sind aber deshalb so untergrabend, weil sie sich nicht etwa eines Tages einfach abtragen lassen als scheinbar nur äußere Formen, die ein Inneres umschließen. Sie setzen sich selbst an die Stelle des Inneren und leugnen schließlich den Unterschied eines Innen und Außen, da sie das Erste und Alles sind. Dem entspricht die Art, wie man zum Wissen gelangt, und die berechnete, schnelle, massenhafte Verteilung von unverstandenen Kenntnissen an möglichst Viele in möglichst kurzer Zeit; »die Schulung« ein Wort, das in seiner jetzigen Bedeutung das Wesen der Schule und der σχολή gerade auf den Kopf stellt. Aber auch dies ist nur ein neues Zeichen des Umsturzes, der die zunehmende Entwurzelung nicht aufhält, weil er nicht an die Wurzeln des Seienden kommt und dahin nicht kommen will, weil er dort seiner eigenen Bodenlosigkeit begegnen mußte.

Zur Berechnung, zur Schnelligkeit und zum Massenhaften gesellt sich ein Weiteres, was auf alle drei bezogen in einer betonten Weise die Verstellung und Verkleidung des inneren Zerfalls übernimmt — das ist: