trieft von »Erlebnissen«. Und dieses »Erleben« bezeugt, daß nun auch der Mensch selbst als seiender seines Seyns verlustig gegangen und zum Raub seiner Jagd nach Erlebnissen geworden ist.
Man pflegt das Zeitalter der »Zivilisation« dasjenige der Ent-zauberung zu nennen, und diese scheint eher, ja allein mit der völligen Fraglosigkeit zusammen zu gehen. Gleichwohl ist es umgekehrt. Nur muß gewußt werden, woher die Bezauberung kommt. Antwort: aus der schrankenlosen Herrschaft der Machenschaft. Wenn diese in die Endherrschaft kommt, wenn sie alles durchsetzt, dann sind keine Bedingungen mehr, urn die Verzauberung noch eigens zu spüren und gegen sie sich zu sperren. Die Behexung durch die Technik und ihre sich ständig überholenden Fortschritte ist nur ein Zeichen dieser Verzauberung, der zufolge alles auf Berechnung, Nutzung, Züchtung, Handlichkeit und Regelung drangt. Sogar der »Geschmack« wird jetzt Sache dieser Regelung, und Alles kommt auf ein »gutes Niveau«. Der Durchschnitt wird immer besser, und kraft dieser Besserung sichert er immer unwiderstehlicher und unauffälliger seine Herrschaft.
Es ist freilich ein trügerischer Schluß, zu meinen, je höher der Durchschnitt, umso überragender werde die Hohe der überdurchschnittlichen Leistungen. Dieser Schluß selbst ist ein verräterisches Zeichen der Rechenhaftigkeit dieser Haltung. Die Frage bleibt, ob denn noch überhaupt ein Raum für das Überdurchschnittliche gebraucht wird, ob nicht die Genügsamkeit im Durchschnitt immer beruhigter und berechtigter wird, bis sie sogar sich einredet, selbst das schon geleistet zu haben und nach Wunsch unmittelbar leisten zu können, was der Über-durchschnitt zu bieten beansprucht.