Jetzt nicht das νοεῖν, sondern die bergende Inständigkeit. Der Streit als Wesung des »Zwischen«, nicht als das Auchgeltenlassen des Widrigen.
Zwar liegt im πόλεμος-Spruch des Heraklit eine der größten Einsichten der abendländischen Philosophie, und dennoch konnte sie nicht für die Frage nach der Wahrheit sowenig wie für die nach dem Sein entfaltet werden (WS 1933/34)*.
Woher aber die Innigkeit des Nicht im Seyn? Woher solche Wesung des Seyns? Immer wieder stößt sich das Fragen hieran; es ist die Frage nach dem Grunde der Wahrheit vom Seyn.
Aber Wahrheit selbst der Grund und diese? Entspringt in dem Sich-in-der-Wahrheit-halten! Doch wie ist dieser Ursprung? Sich in der Wahrheit halten, unser Aufbruch und Wille aus unserer Not, weil wir uns überantwortet und uns überwiesen - uns? Wer sind wir selbst?
Also doch nicht das Unsere, sondern daß wir das Selbst eröffnend bestehen und im Selbst (vgl. Die Gründung) das Zu-sich und somit das Seyn als Ereignis sich verborgen öffnet.
Und demnach nicht »wir« der Ausgang, sondern »wir«: als ausgesetzt und versetzt, aber in der Vergessenheit dieser Versetzung.
Wenn so das Ereignis in die Selbstheit hereinscheint, dann liegt darin die Weisung zur Innigkeit.
Je ursprünglicher wir wir selbst sind, um so weiter hinausgerückt sind wir schon in die Wesung des Seyns, und umgekehrt (vgl. die Wesung des Seyns - die kehrige Gründung von Sein und Da-sein).
Nur wenn der Fußpunkt des Fragens hier genommen wird, ist der »Grund« der Innigkeit offen. Dieser Fußpunkt das Entscheidungshafte. Das Seyn nichts »Menschliches« als sein Gemächte, und dennoch braucht die Wesung des Seyns das Da-sein und so die Inständlichkeit des Menschen.
* Vorlesung Wintersemester 1933/54 »Vom Wesen der Wahrheit« (Gesamtausgabe Band 36/37)