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IV. Der Sprung

legung der Seiendheit als ἰδέα (Sein und Denken!): Etwas (behebig und überhaupt) und das Nicht-Etwas (das Nichts); das Nicht ebenso vorstellungsmäßig grundlos und leer.

Aber diese scheinbar allgemeinste und leerste Unterscheidung ist die einzigste und erfüllteste Entscheidung und deshalb kann dafür nie eine unbestimmte Vorstellung von »Seyn«, so es das gibt, ohne Selbsttäuschung, vorausgesetzt werden; vielmehr das Sejm als Ereignis.

Das Ereignis als die zögernde Versagung und darin die Reife der »Zeit«, die Mächtigkeit der Frucht und die Größe der Verschenkung, aber in der Wahrheit als Lichtung für das Sichverbergen.

Die Reife ist trächtig des ursprünglichen »Nicht«, Reifung noch nicht Verschenkung, nicht mehr beides im Gegenschwung, selbst in der Zögerung versagt und so die Berückung in der Entrückung. Hier erst das wesende Nichthafte des Seyns als Ereignis.


147. Die Wesung des Seyns
(seine Endlichkeit)


Was heißt: das Sein »ist« un-endlich? Die Frage ist gar nicht zu beantworten, wenn das Wesen des Seyns nicht mit in Frage steht.

Und das gleiche gilt vom Satz: das Sein ist endlich, wenn Un-endlichkeit und Endlichkeit als vorhandene Größenbegriffe genommen werden. Oder ist damit eine Qualität gemeint und welche?

Die Frage nach der Wesung des Seyns steht am Ende außerhalb des Streits jener Sätze; und der Satz: das Seyn ist endlich, nur gemeint als übergängliche Abwehr des »Idealismus« jeglicher Art.

Bewegt man sich aber im Streit jener Sätze, dann wäre zu sagen: Wenn das Seyn als unendlich gesetzt wird, dann ist es


Martin Heidegger (GA 65) Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis)