Seyns verstattet ist. Warum nicht? Weil das Riesending Mensch je riesiger um so kleiner wird?
Muß die Natur aufgegeben und der Machenschaft überlassen werden? Vermögen wir noch die Erde neu zu suchen? Wer entfacht jenen Streit, in dem sie ihr Offenes findet, in dem sie sich verschließt und Erde ist?
IS6. Die Zerklüftung
Um sie in ihrem Gefüge zu wissen, müssen wir den Abgrund (vgl. Wahrheit) erfahren als zugehörig zum Ereignis.
Die Wesung des Seyns wird der Philosophie immer verschlossen bleiben, solange sie meint, man könne etwa durch Ausklügelung der verschiedenen Modalitätsbegriffe das Sein wissen und gleichsam zusammenbauen. Abgesehen von dem fragwürdigen Ursprung der Modalitäten ist hier Eines entscheidend: der Sprung in das Seyn als Ereignis; und erst hieraus eröffnet sich die Zerklüftung. Aber eben dieser Sprung bedarf der längsten Vorbereitung, und diese schließt in sich die völlige Ablösung vom Sein als der Seiendheit und der »generellsten« Bestimmung.
Ob einstmals ein besser gerüsteter Denker den Sprung wagt? Er muß in einem schöpferischen Sinne die bisherige Art, nach dem Sein, d. h. nach der Seiendheit, zu fragen, vergessen haben. Dieses Vergessen ist kein Verlieren eines noch zu Besitzenden, sondern die Verwandlung in einen ursprünglicheren Stand des Fragens.
Hier aber muß Einer gerüstet sein für die Unerschöpflichkeit des Einfachen, damit es ihm sich nicht mehr entziehe durch eine Mißdeutung als des Leeren. Das Einfache, in dem sich alle Wesung gesammelt hat, muß wiedergefunden werden in jeglichem Seienden, nein, dieses in jenem. Aber Jenes erreichen wir nur, indem wir dieses, jeglich Ding, im Spielraum seines Geheimnisses aufbewahren und nicht meinen, durch Zergliederung