Seyn verwandelt, d. h. begründet werden soll, ist Herrschaft notwendig.
Herrschaft ist die Notwendigkeit des Freien zum Freien. Sie beherrscht und west als die Unbedingtheit im Bereich der Freiheit. Ihre Größe besteht darin, daß sie keiner Macht und somit keiner Gewalt bedarf und doch wirk-samer bleibt als diese, wenngleich in der ureigenen Art ihrer Beständigkeit (der scheinbar auf lange hinaus unterbrochenen Stetigkeit der zu sich bezogenen Augenblicke).
Macht - das Vermögen der Sicherung eines Besitzes von Gewaltmöglichkeiten. Als Sicherung steht sie immer zu einer Gegenmacht und ist deshalb nie ein Ur-sprung.
Gewalt - ohn-mächtiger Einbruch eines Veränderungsvermögens in das Seiende ohne Vorsprung und ohne Aus-sicht auf Möglichkeiten. Überall, wo Seiendes durch Seiendes (nicht aus dem Seyn) geändert werden soll, ist Gewalt nötig. Jede Tat ist Gewalt-tat, derart, daß hier die Gewalt machtmäßig beherrscht ist.
160. Das Sein zum Tode und Sein
In den verhülltesten Gestalten ist es der Stachel höchster Geschichtlichkeit und der geheime Grund der Entschiedenheit zur kürzesten Bahn.
Sein zum Tode aber, entfaltet als Wesensbestimmung der Wahrheit des Da-seins, birgt in sich zwei Grundbestimmungen der Zerklüftung und ist deren meist unerkannter Widerschein im Da:
Einmal verbirgt sich hier die wesenhafte Zugehörigkeit des Nicht zum Sein als solchem, was hier, im ausgezeichneten Da-sein als Gründung der Wahrheit des Seins, nur in einer einzigen Schärfe zu Tage kommt.
Dann verbirgt das Sein zum Tode die unergründliche Wesensfülle der »Notwendigkeit«, wiederum als der einen Kluft des Seins selbst; Sein zum Tode wieder daseinsmäßig.