Der Ab-grund als erste Wesung des Grundes gründet (läßt den Grund als Grund wesen) in der Weise der Zeitigung und Räumung.
Aber hier ist für den rechten Begriff vom Ab-grund die kritische Stelle. Zeitigung und Räumung können nicht von der geläufigen Raum- und Zeit-Vorstellung her gefaßt werden, sondern diese Vorstellungen müssen umgekehrt nach ihrer Herkunft aus dem erstwesentlichen Zeitigen und Räumen ihre Bestimmung erhalten.
Woher hat das Zeitigen und Räumen seinen einigen Ursprung und sein Geschiednis? Welcher Art ist die ursprüngliche Einheit, daß sie sich in diese Scheidung auseinanderwirft, und in welchem Sinn sind die Geschiedenen hier als Wesung der Ab-gründigkeit gerade einig? Hier kann es sich nicht um irgend eine »Dialektik« handeln, sondern nur um die Wesung des Grundes (der Wahrheit also) selbst.
Das Gefüge dieser Wesung muß immer wieder in den Entwurf gestellt werden: Das Wesen der Wahrheit ist lichtende Verbergung. Diese nimmt das Ereignis auf und läßt, es tragend, seine Schwingung durchragen durch das Offene. Tragend-ragenlassend ist die Wahrheit der Grund des Seyns. Der »Grund« nicht ursprünglicher als das Seyn, sondern der Ursprung als das, was dieses, das Ereignis, erspringen läßt.
Die Wahrheit als Grund gründet aber ursprünglich als Ab-grund. Und dieser selbst gründet als die Einheit der Zeitigung und Räumung. Sie haben somit ihr Wesen aus dem, woher der Grund der Grund ist, aus dem Ereignis.
Der Wink ist das zögernde Sichversagen. Das Sichversagen schafft nicht nur die Leere der Entbehrung und Erharrung, sondern mit diesen die Leere als eine in sich entrückende, entrückend in Künftigkeit und damit zugleich aufbrechend ein Gewesendes, das mit dem Künftigend auftreffend die Gegenwart als Einrückung in die Verlassenheit, aber als die erinnernd-erharrende, ausmacht.