Abschilderung der jetzigen Zustände und Lagerungen der Begebenheiten und ihrer gehegten Ziele und Ansprüche. Dieses Wissen weiß die Stunden des Geschehens, das Geschichte erst bildet.
Unsere Stunde ist das Zeitalter des Untergangs.
Unter-gang, im wesentlichen Sinne gemeint, ist der Gang zur verschwiegenen Bereitung des Künftigen, des Augenblicks und der Stätte, in denen die Entscheidung über Ankunft und Ausbleib der Götter fällt. Dieser Untergang ist erstester Anfang. Das Un-wesen des Untergangs aber geht seinen eigenen und anderen Weg und ist Versacken, Nichtmehrkönnen, Aufhören hinter dem Anschein des Riesenhaften und Massenhaften und des Vorrangs der Einrichtung vor dem, was sie erfüllen soll. Die Unter-gehenden im wesentlichen Sinne sind jene, die das Kommende (das Künftige) unter-laufen und ihm als sein künftiger unsichtbarer Grund sich opfern, die Inständigen, die unausgesetzt sich dem Fragen aussetzen.
Das Zeitalter des Unter-gangs ist nur wißbar für die Zugehörigen. Alle Anderen müssen den Unter-gang fürchten und ihn deshalb leugnen und verleugnen. Denn ihnen ist er nur Schwäche und ein Ende.
Die wahrhaft Unter-gehenden kennen nicht die trübe »Resignation«, die nicht mehr will, weil sie kein Künftiges will, sowenig wie den lärmenden »Optimismus«, der trotz aller Versicherung noch nicht wahrhaft will, weil er sich dagegen sperrt, über sich hinaus zu wollen und erst in der Verwandlung sich selbst zu gewinnen.
Die Unter-gehenden sind die immer Fragenden. Die Un-ruhe des Fragens ist keine leere Unsicherheit, sondern die Eröffnung und Hegung jener Ruhe, die als Sammlung auf das Fragwürdigste (das Ereignis) die einfache Innigkeit des Zurufs erharrt und den äußersten Ingrimm der Seinsverlassenheit besteht.
Das Fragen nach dem Wesen der Wahrheit und nach der Wesung des Seyns, was ist das anders als die Entschlossenheit