Für das Erfahren des Seienden und die Bergung seiner Wahrheit ist der »Entwurf« nur das Vorläufige, was alsdann übergangen wird im Fortgehen zu dem, was im Entwürfsbereich erbaubar und verwahrbar wird und als Verwahrung das Siegel des Seyns empfängt.
Im denkerischen Wissen ist der Entwurf nicht das Vorläufige für anderes, sondern das Einzige und Letzte und deshalb Seltenste, was in sich west als gegründete Wahrheit des Seyns.
Hier ist der Entwurf nichts, was gleichsam nur »über« das Seiende gelegt, keine »Perspektive«, die ihm mir angetragen wird. Denn jede Per-spektive nimmt schon das Durchgängige für ihre Blickbahn in Anspruch. Und eben dies, daß zuvor und alles entscheidend ein Durchriß das sprengt, was dann erst ins Offene als ein »Seiendes« sich kündet, daß eine Irrnis lichtend alles in sich reißt zur Möglichkeit des Wahren, dies ist es, was der denkerische Entwurf des Seyns zu vollbringen hat. »Vollbringen«? Gewiß, aber kein Machen und kein Er-sinnen nach der Bedeutung eines ungebundenen Ausdenkens.
Der Entwurf des Seyns kann nur vom Seyn selbst geworfen werden, und dazu muß ein Augenblick dessen glücken, was das Seyn als Er-eignis er-eignet, des Da-seins.
Das denkerische Erfragen als der handelnde, der Verweigerung sich zuhaltende und sie so ins Lichte nehmende Verzicht. Wer jemals der Geschichte des Seyns unter die Augen gehen will und erfahren soll, wie das Seyn in seinem eigenen Wesensraum ausbleibt und diesen lange dem Unwesen überläßt, das die Ausbreitung des »Seienden« vor sich her treibt, um sogar das Un-wesen noch dem Wesen, dem es ja zugehört, zu bewahren, muß zuerst begreifen können, daß Entwürfe in das geworfen werden, was dank ihrer Lichtung nachmals zum Seienden wird und sogar das Seyn nur noch wie einen Nachtrag zu ihm, den die »Abstraktion« ersonnen, duldet.
Diese Entwürfe denken wir uns nach einer naheliegenden Gewohnheit als Formen des Vorstellens, die das Begegnen von Gegenständen ermöglichen: die transzendentale Bedingung